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damals wars ...
... inBarsikow

mit freundlicher Genehmigung
von
P.Kolbow
... und heute


























































































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dorfchronik - (barsikow und der pilgerweg)
Für
die detailreiche- fachliche Zuarbeit bedankt sich das
Redaktionskollektiv inBarsikow bei der Ortsvorsteherin Barbara Linke
die dorfchronik
kurzinformationen
zu Barsikow und
dem pilgerweg
pilgerwegkarte
abschnitt garz -
wusterhausen
sehenswürdigkeiten
am pilgerweg
unterkünfte am pilgerweg
stationen des pilgerweges
organisation
der
märkischen dörfer
siedlungsgeschichte
namensgebung
glocken der
Barsikower kirche
kurfürstliches-königliches-staatliches
patronat von 1648-1997
meilensteine inBarsikow
die alte
poststrasse
fontanes
"wanderungen
durch die mark brandenburg"
pfarrer gottlieb
schinkel
die
dorfchronik
"Wie das ganze
Land Wusterhausen hat auch Barsikow mit seinen Gutsherren bis
1333 unter
dem Markgrafen von Brandenburg unmittelbar gestanden und ist erst 1882
an die Grafen von Lindow und Herren von Ruppin abgetreten
worden, welche vorher schon das Land Ruppin im engeren Sinne besaßen. (...)
So
weit bis jetzt bekannt
ist, wird Barsikow zuerst genannt im Jahre 1437 in einer Urkunde, durch
welche Graf Albrecht die von Wutenow in Segeletz mit zwei freien Wiesen
im Barsikowschen Luch und mit der freien Hütung auf der Köhlung
beleiht. Die erste genauere Nachricht gibt uns das Luchbuch, welches
Graf Johann 1491 durch seinen Sekretär Mathias Hentziken aufsetzen ließ
und welches die Abgaben und Leistungen der Bauern in den Ländern Ruppin
und Wusterhausen verzeichnet."
In
dem Landbuch des
Grafen Johann "werden die Bauernhöfe von Barsikow schon genau in der
selben Reihenfolge aufgeführt, welche sie im gegenwärtigen Dorfe haben.
1491 stand also das Dorf sicher schon an seiner jetzigen Stelle. Einen
weiteren Anhalt bietet unsere aus roh bearbeiteten und schichtweise
liegenden Feldsteinen erbaute Kirche. Die alten Dörfer waren gewöhnlich
meist aus Holz, Lehm und Stroh erbaut und konnten, vom Feuer zerstört,
leicht eine neue Stelle erhalten. Aber ein so fester, massiver Bau wie
unsere Kirche ist sicher nicht anderswo versetzt, sondern ursprünglich
an seiner jetzigen Stelle erbaut worden. Und sie ist gewiß älter als
das Jahr 1491, wenn auch die Zeit ihrer Erbauung nicht mehr bestimmt
werden kann."
So
hat ein älteres,
wendisches Dorf, von dem das spätere christliche Dorf den Namen
Barsikow übernommen hat, offensichtlich an einer anderen Stelle, weiter
in Richtung Rohrlakgraben, gestanden. Es ist jedoch nicht bekannt, wann
die Verlegung erfolgte und das heutige Dorf ursprünglich entstand
(vgl.ebenda).
"Unsere
Kirche ist ein
alter Feldsteinbau von Ost nach West ein einfaches längliches Viereck
,
ursprünglich mit gotischen Spitzbögen über Fenstern und Türen und mit
einem hölzernen Dachreutherturm am Westende. Sie hat an jeder Seite 3
Fenster, welche wohl von Anfang ihre jetzige Breite gehabt haben, aber
hoch an den Wänden angebracht waren und lange nicht so tief, wie jetzt
herunterreichen. Ein eben solches Fenster war mitten am östlichen
Giebel. Eine Tür war auf der Südseite zwischen dem westlichen und
mittleren und auf der Nordseite zwischen dem östlichen und mittleren
Fenster, wahrscheinlich auch unter dem Turm am Westgiebel.
Die
bedeutenste
Veränderung ist mit dem hiesigen Kirchengebäude vorgenommen worden, als
im Jahre 1743 der Turm von Grund auf massiv, oben hölzern und massiv
verblendet, neu erbaut wurde. Der neue Turm mußte modern, das heißt im
damaligen Stil erbaut werden, wahrscheinlich hat damals auch die Kirche
ihren alten Stil verloren und den neuen annehmen müssen. An die Stelle
der Spitzwölbungen sind flache Rundwölbungen über Fenster und Türen
getreten und die Kirche ist mit Mörtelgesimsen und Pylastern verputzt,
um die alten Feldsteine, welche zum Turme nicht passten, nicht so
hervortreten zu lassen. Die alten Seitentüren wurden vermauert, die
Südseite blieb ohne Tür, die Nordseite erhielt die ihrige unter dem
mittleren Fenster, welches unter verkürzt wurde. Vor dieser Tür wurde
ein hölzerner Vorbau, ein sogenanntes Leichenhaus als Vorhalle für die
Eintretenden und zur Aufbewahrung der Bahre erbaut. Damals oder etwas
später ist auch am Ostgiebel die Sakristei angebaut und Altar und
Kanzel in ihrer jetzigen Gestalt hergerichtet worden. Das mittlere
Fenster ist zugemauert, zu beiden Seiten wurden oben zwei
kürzere Fenster angebracht, welche 1842 auch wieder vermauert sind. Die
letzte Veränderung hat die Kirche 1842 erlitten, wo Stühle und Chor
erneuert und anders
eingerichtet wurden.
Damals wurden die 6 übrig gebliebenen Fenster nach unten ausgebrochen
und erhielten ihre jetzige Höhe. Der Eingang an der Nordseite nebst
seinem Vorbau wurde beseitigt, die ganze Gemeinde erhielt ihren Eingang
durch den Turm. Die Sakristei erhielt eine Tür von außen und statt der
Endfensters zwei Seitenfenster. Der Turm hat 1874 statt der
Schindeldächer, Schieferdächer erhalten und ist 1875 bis zum Dach
massiv untermauert, weil das Holz unter der massiven Verblendung
verfault war."
"Unsere
Orgel haben wir
im Jahre 1851 dadurch erhalten, daß der General von Bonin, damals noch
Flügeladjudant bei König Friedrich Wilhelm IV. und Schwiegersohn des
Generalleutnant von Zieten hier, dazu beim König ein Geschenk von 200
Talern auswirkte, welchem die hiesigen Gutsbesitzerinnen Frau Majorin
von Kriegsheim und Frau Generalin von Zieten, jede 50 Taler
hinzufügten. Für diese 300 Taler ausschließlich des Anstrichs hat der
Orgelbauer Lütkemüller in Wittstock die Orgel erbaut.
Die
Kirche steht mitten auf der Dorfstraße und der Kirchhof, der alte
Begräbnisplatz von 1856, umgibt sie, ist aber in der neuen Zeit dadurch
bedeutend verkleinert worden, daß die Straßen auf beiden Seiten
erweitert sind. Auf der Nordseite der Kirche liegt der Pfarrhof, auf
der Südseite führt die Dorfstraße vorbei."
"Barsikow
und Segeletz haben von Alters her das gleiche Kirchenpatronat (...),
das Cisterzienser-Nonnenkloster in Zehdenick, welches im Jahr 1170
entstanden, wahrscheinlich bald zu Reichtum kam. Sind beide Kirchen von
daher gegründet ? Mit der Reformation wurden die
Nonnenklöster in freie Fräuleinstifte verwandelt."
"Der
dreißigjährige Krieg hat den Staat genötigt, was das Klostervermögen
für seine Ausgaben anzugreifen, die Stiftsfräulein mußten während
desselben manchmal über Hunger klagen. Am Ende des Krieges hat der
Staat fast überall das Stiftsvermögen in seine Verwaltung und die
Rechte der Stifte in seine Hand genommen. (...)
Das Klostergut
von Zehdenick war nach dem Kriege landesherrliche Domäne geworden,
welche nun auch das Patronatsrechte übte. So würde das Kirchenpatronat
über Barsikow landesherrlich, das Kirchenbäude kam
unter den Einfluß der landesherrlichen Baumeister und des bei
diesen geltenden Geschmackes. Daraus erklärt sich hier der
kostspielige Turmumbau von 1743 und die damit verbundene
Stylverbesserung der Kirche. Damals war das preussische Königtum noch
neu, darum wurde es durch die Krone auf dem neuen Turm bezeichnet."
Im
dreißigjährigen Krieg ist in Barsikow schwer heimgesucht worden.
"Für
die Mark Brandenburg war es ein besonderes Unglück, daß sie damals an
dem Kurfürsten Georg Wilhelm (1619-1640) einen ihrer schwächsten
Regenten hatte, der nicht mit Entschiedenheit Partei zu nehmen wagte
und dessen Lande deshalb von beiden Parteien gemißhandelt wurden."
"Die
schlimmste Verwüstung während der ganzen Kriegszeit traf das Land
Ruppin und unseren Ort im Jahre 1638, der österreichische General
Gallas
hat durch dieselbe seinen Name hier unvergesslich
gemacht.(...)
Der
Kurfürst Georg Wilhelm hatte 3 Jahre vorher 1635 mit Österreich Frieden
geschlossen. Sein Land war also kein Feindesland, im Gegenteil war er
Österreichs Bundesgenosse und musste selbst ein Heer zu den
Kaiserlichen stoßen lassen. Die vereinten Österreicher und
Brandenburger kamen hier an, als der Roggen bereits eingeerntet, das
Sommerkorn noch auf den Feldern war. Das Ernten hatte, sobald die
Soldaten hier waren, ein Ende. In das Sommerkorn jagten die Soldaten
ihre Pferde, welche abfraßen, was sie konnten und mochten und das
Übrige zertraten. Die Menschen flohen vor der Mißhandlung der Soldaten
und drängten sich in die Städte zusammen und unter den hier Hungernden
und Obdachlosen brach die Pest in verheerender Weise aus. Das
vereinigte Gallasche und Brandenburgische Korps war mit der Verwüstung
des Landes im Oktober fertig und fand hier ferner keine Nahrung. Es
mußte nicht vor dem Feinde, sondern vor der selbst angerichteten
Verwüstung sich zurückziehen und steckte bei seinem Abzuge sämtliche
Städte und Dörfer in Brand. Das taten nicht bloß österreichische
Bundesgenossen, sondern die Soldaten unseres Landesherrn im eigenen
Lande, gewiß bezeichnend für das Elend der Zeit."
"Der
große Kurfürst war, als er 1640 zur Regierung kam, nicht so gleich im
Stande sein Land vor Verwüstungen des Krieges zu schützen. Ruppin wurde
noch wiederholt von den feindlichen Schweden eingenommen und besetzt."
Durch
den Krieg waren auch die Rittergüter von Barsikow verwüstet und ihre
alten Besitzer, die von Mesenberg, von Gühlen und von Brunn waren
zugrunde gegangen. Durch Vererbungen und Verkäufe gelangten die Güter
schließlich in den Besitz der Familien von Zieten und von Kriegsheim.
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kurzinformationen
zu Barsikow
Die Landschaft
um Barsikow ist durchgängig eine alte
Kulturlandschaft. Siedler, Bauern usw. haben über die Jahrhunderte
diese
Landschaft zu dem heutigen Bild geformt. Die Weite entsteht durch
großflächige
Äcker und Wiesen. Eingestreut sind kleine Wäldchen, Baumgruppen und
Windschutzstreifen, die allesamt von Menschen gepflanzt und auch
genutzt
werden.
Pilgerweg
Der Weg
zwischen Garz
und Barsikow gilt im Dorf als Heerstraße. Die
alten Bäume und der ständige gerade Blick
auf den Kirchturm von Basikow lassen
dies vermuten. Bislang konnte dies nicht bewiesen werden. Die
Wahrscheinlichkeit, dass Pilger diese Trasse nutzten ist hoch. Ein Teil
des
Weges wurde in den 80iger Jahren umgeackert, um großflächige
Ackerfläche zu
schaffen. Am heutigen Ende des geraden Weges zur Kirche gab es bis 1904
mehrere
Häuser, die „Weißes Ross“ genannt wurde. Im Dorf wird erzählt, dass es
dort
eine „Ausspanne“ für Pferde gegeben haben soll. Nachforschungen
bestätigen dies
bislang nicht. Am
Ortseingang von
Barsikow biegt der ausgeschilderte Pilgerweg ab. Der tatsächliche und
ursprüngliche
Weg lies sich nicht
mehr ermitteln. Die heutige
als Pilgerweg gekennzeichnete Wegstrecke von Barsikow nach Metzelthin
ist
willkürlich gewählt, um Pilgern auf „wilden“ Wegen die Landschaft und
Ruhe nahe
zu bringen. Ab Metzelthin decken sich Pilgerweg und Poststraße bis nach
Wusterhausen.
Barsikower Geschichte
Die Chronik gibt über
die genaue Entstehung keine Auskunft. Nach Lage und Schnitt
des Dorfes sowie der Lage der
Feldsteinkirche ist
das Dorf durch
Deutsche besiedelt worden, die den Namen des an anderer Stelle
stehenden
Wendendorfes übernahmen. Der Lokator muss ein Adliger gewesen sein,
denn es
entstanden drei Rittergüter, die später zu einem Rittergut unter dem
1945
enteigneten Major von Kriegsheim zu einem Gut vereint wurden. Die
Blütezeit des
Gutes und des Dorfes lag um 1900 und in der DDR-Zeit. Große stattliche
Bauerhöfe gab es in Barsikow nicht. Das Gut dominierte. Die
Guts-Tradition
wurde zu DDR-Zeit durch das Volksgut Barsikow und die LPG fortgesetzt. Mit der Wende gab es
einen totalen Zusammenbruch des örtlichen landwirtschaftlichen
Arbeitsmarktes.
Daran leidet das Dorf noch heute. Die Bevölkerung schrumpfte von 350
Personen
auf jetzt 200.
Barsikower
Sehenswürigkeiten
Größte
Sehenswürdigkeit ist die Feldsteinkirche mit Barockem Putzturm. Der
Turm ist
Ausdruck der Macht des Königs als Kirchenpatron. Wie
der preußische König als Oberster
Kirchenvater und Patron sein Land als absolutistischer Herrscher auch
über die
Kirchen lenkte, wäre am Beispiel der königlichen Patronatskirche
Barsikow gut
darstellbar. Bislang fand sich keine Hochschule / Universität, die
diese interessante
Thematik aufgriff.
Eine Seltenheit
stellen beiden Postsäulen am ehemaligen Eingang zum Neuen Schloß dar.
Es gibt im Dorf mehrere
Halbmeilensteine. Wünschenswert wäre, Postsäulen und Halbmeilensteine
als „Meilen-Park“
zu gestalten.
Es gibt zwei Schlösser
im Dorf. Das neue Schloß und das Ziethen-Schloß. Sie sind eher solide
Gutsherrenhäuser in Brandenburger Art. Beide sind privatisiert.
Berühmte Persönlichkeiten
Es gab Vater und Sohn Schinkel, die
beide in Barsikow Pfarrer waren. Sie waren mit dem berühmten Baumeister
Schinkel verwandt. Die Väter Schinkel waren Cousins, die Söhne Schinkel
Groß-Cousins.
Friedrich der II fuhr durch
Barsikow.
Fontane berichtete darüber.
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pilgerwegkarte - abschnitt garz -
wusterhausen
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Nr.
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Ort
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Sehenswürdigkeiten
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1
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Nackel
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Kirche
Gutshaus(privat), Park – öffentlich zugänglich
Gaststätte und Pension „Birkenhof“ Tel:033978
50444
Fleischerei Lelke,
Imbiß möglich,
Montag geschlossen .
Tel: 033978 50429
www.nackel.de
|
|
2
|
Vichel
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Backstein-Kreuzkirche von 1867
Gutshaus Vichel jeden 1. Sonntag im Monat Kaffee geöffnet von
14:00 – 18:00 Uhr
Lebenswert – Wein und Mehr – Ferienwohnungen
Peter Masloch, Dorfstr.
11 Tel: 033928 90710, www.lebenswert-wein-und-mehr.de
Archehof Schindel, Tel: 033928 71191, www.archehof-vichel.de
März-Dez. am Wochenende von 11-17:00 Uhr
Hofladen
Keimzelle – Öko-Saatgut alter Kulturpflanzen,
Eve Bubenik, Dorfstr.
20
Holzkopf: Holzkunst und Möbelskulpturen, Winni Brand, Dorfstr.
20, Tel: 01520 4542040
|
|
3
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Rohrlack
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Kirche, Backsteinbau, Schlüssel bei
Hans-Joachim Schulz: 033928 70423
Sternhof Rohrlack, Arbeitsstätte für
behindert junge Menschen
Demeter Kräutergärtnerei Tel: 033928
71222 www.werkgemeinschaft-bb.de
Gestüt und Pension Lindenhof, Martin und
Siegfried Dörge, Barsikower Weg 6, Tel:
033928 70389, www.pension-gestuet-lindenhof.de,
Hofladen Wellnessprodukte aus Stutenmilch
Bäckerein Vollkern, Volker Apitz, Lindenhof 2, Mo-Fr 8-18:00 Sa: 8-11 Uhr
Tel: 033928 71133, www.baeckerei-vollkern.de
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4
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Läsikow
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Kirche, 1867 mit Glocken aus dem 13.
Jahrhundert
Auf wendischen Ursprung zurückgehendes
Runddorf mit staatlichen Bauernhäusern
www.läsikow.de
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5
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Bückwitz
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Backsteinkirche von 1880
Bademöglichkeit mit Rastplatz am Bückwitzer See
Naturschutzgebiet Bückwitzer
See
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|
6
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Kampehl
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Kirche, Mitte 13. Jahrhundert errichtet mit
Anbau, in dem die Mumie des Ritter Kahlebutz
aufgebahrt liegt.
Tel: 033970 13265 www.kalebuz.de April-Juni u.Sept.-Okt täglich 10-12 + 13-16:00 Uhr, Juli,Aug. täglich 10-12 + 13-17:00 Uhr
Museum-DDR-Erinnerungen, Kampehl
35, 16845 Neustadt(Dosse), Tel: 0175
3808054 Ernst Felix Rutsch
www.toepferhof-kampehl.de
Mai-Okt: täglich
10-18:00 Uhr
Nov.-April, Sa, So. 10-16:00 Uhr
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7
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Neustadt/Dosse
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Ev.Kreuzkirche: 1673-1696 die neue von Anton Reinhardt als
Zentralkirche in Form eines griechischen Kreuzes errichtet
Die ev. Kirche im OT Köritz
stammt aus den Jahren 1741/42.
Katholische Kirche (Kuratie
Heriz-Jesu) und das
Kloster der Ursulinen
Gutshaus Spiegelberg (um 1700) mit Park
Sitz des Brandenburgischen Haupt- und
Landgestütes mit den Gebäuden aus den Jahren 1787-91
Museum Gaswerk, Havelberger
Str. 25
Museum Kutschmuseum 033970 13883 Mo-Fr. 9-17
Uhr, Sa-So 10-17 Uhr
Haltpunkt der Regionalbahn-Strecken RE4 (Ludwigsfelde-Wismar) und Neustadt/Dosse-Pritzwalk
Neustadt – Stadt der Pferde siehe
Internetseite: www.neustadt-dosse.de
Filmtierschule Hasch, Sieversdorf
Mai-Okt. So
Vorstellung: 13:30
Tel. 033970 50828
Museum Papierfabrik Hohenofen:
s. www.patent-papierfabrik.de
Mai-Okt. Sa,So 15 u. 16 Uhr Tel:
033970 51670 o. 033973 808928
Mail: post@patent-papierfabrik.de
In Neustadt alle gängigen
Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer
Bahnhofsnähe
|
Hinweis:
Barsikow, Nackel, Läsikow,
Segeletz,
Bückwitz und Ganzer liegen im Naturpark Westhavelland
Unterkünfte:
PILGERUNTERKÜNFTE
in unserer Dorfkirche - WC & Dusche inklusive
Anmeldung :
Fam. Grützmacher, Parkweg 6, 16845 BARSIKOW, Tel.: 033978 70938
eMail:
pilgerunterkunft@inbarsikow.de
Ferienhaus
Alte Schäferei, Uli und
Tine Klingler, Alte Schäferei, 16845 Garz,
Tel. 033928 71008, Handy. 0173 9295750, E-mail:
Martina.Klingler@t-online.de
Übernachtung ganzjährig ab 35 Euro
Lindenhof, Barbara und Siegfried Dörge,
Barsikower Weg 6, 16845 Rohrlack, Tel.
033928 70399 u. 389, Fax: 033928 71138, Handy.
0174 1415535
www.pension-gestuet-lindenhof.de
Archehof Vichel
Steffen Schindel, Dorfstraße 20
16845 Vichel,
Tel: 033928 71191 Fax: 033928 71190
info@archehof-vichel.de
- www.archehof-vichel.de
Ferienwohnung
Peter Masloch, Dorfstr.
11, 16845 Vichel, Tel: 033928 90710
www.lebenswert-wein-undmehr.de
zwei Ferienwohnungen Aufbettung möglich
Gartenhaus
Fam. Adrian
Frank Adrian, Garzer
Weg 2, 16845 Läsikow,
Tel. 033978 50354
3 Betten (bis 20 Euro)
Pension
Birkenhof
Renate Lock, 16845 Nackel,
Segeletzer Straße 2 Tel: 033978 50444
4 Betten 20 Euro mit Frühstück,
Aufbettung möglich
Barbara Linke, Dorfstraße 25,
16845 Barsikow, 2 Betten,
Frühstück
möglich (bis 15 Euro),
Tel: 033978 70876 Handy: 0172 91 748
75 barbara.linke@t-online.de
Parkhotel
St Georg, Neustadt, 033970 97-0 ,
Bis 94
Euro
www.park-hotel-neustadt.de
Hotel
„Preußenschenke“ in Neustadt und Kampehl
033970 50650, 033973 52274, Einzel
42 Euro, Doppel: 58 Euro
Pension”Deutsches Haus”, Wusterhausen,
033979 50457, Bis 30 Euro
Hotel
„Seeidylle“, Wusterhausen, 033979 8710,
Über 30
Euro
Pension
Parcour, Neustadt 033970
51 455,
eMail: arcour@aol.com
- www.urlaub-anbieter.com/parcour.htm
Dr.
Regine Beythien, Neustadt Ferienhäuser,
033970 51919, 0173
7012701
info@neu-amerika.de
- www.neu-amerika.de
Hotel am Untersee
in Bantikow
www.hotel-am-untersee.de
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stationen des
pilgerweges
„Weißes
Roß“
Die
erste
Separation
behufs der Ausscheidung der Rittergüter, geschah 1774-1782, die zweite
in den
Jahren 1809-1822, die dritte 1839. Durch die letzte sind alle
Grundbesitze
spezielle separiert.
Nach der Separation von
1822 bauten sich auf dem Felde an der Stelle wo der Weg nach Garz den
Ganzerschen Luchweg durchschneidet. Es sind gegenwärtig 3 Häuser. Das
Etablissiment hat noch keinen bestimmten Namen. Es wird der Berg, der
Plan, das
weiße Roß, der kranke Esel usw
genannt.
Nach derselben Separation von 1822 ward auf dem Schwarzenberg eine
Windmühle
nebst Müllerwohnung erbaut.
Quelle
: Johannes Schluze
7. Umfrage
Entnommen :
Landeshauptarchiv Stadt und Grafschaft Ruppin Nr. 6
Im
Frühjahr 1904 gab
der Bauer Friedrich Görs auf dem „Plan“ (Barsikow-Ausbau) seine
Wirtschaft auf.
Adolf von Kriegsheim erwarb die ganze Wirtschaft einschließlich
Ländereien. Er
kaufte ferner alle übrigen Baulichkeiten und Gärten des „Planes“,
nämlich die Stellen
des Büdners Wilhelm Rehfeld, der Arbeiter Schwindt, Kose, Szyttnick und
des
Maurers August Rehfeld auf. Sämtliche Gebäude wurden abgerissen und dem
Erdboden gleichgemacht, so dass jetzt der Pflug darüber hinweg geht.
Entnommen
: aus Nachfolgechronik
Barsikow s. 11: E28
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(... mit freundlicher
Genehmigung von Frau Dr.Ruth
Maria Hirschberg, Juni 2001) www.brandenburg1260.de
Dorfgründung
Die Mark wurde seit
ca. 1220
schnell
und rational besiedelt, wobei ältere Siedlungen einer Art Landesplanung
zum
Opfer gefallen sind oder die neuen Dörfer, die auf besseren Böden
lagen, soviel
Anziehungskraft ausübten, daß die älteren Orte mit ihren Sandböden
aufgegeben
wurden. Träger der Siedlung waren die Markgrafen, Adlige, die auf
eigene
Rechnung unter den Markgrafen Dörfer anlegten oder sich bäuerlicher
Lokatoren
(s. u.) bedienten, und die Kirche (Domstifter, Stifter, Klöster – vor
allem
Zisterzisienser, aber auch Prämonstratenser sowie Templer und
Johanniter). Die
Zahl der unter askanischer Herrschaft und der wenigen, vorerst
weitgehend
unabhängigen Adligen (Grafen von Lindow-Ruppin, Edelherren Gans zu
Putlitz, v.
Friesack, v. Wedel) angelegten Dörfer belief sich auf ca. 2500, wobei
zwischen
1134 und 1320 etwa 200.000 Menschen in Städten und Dörfern an- bzw.
umgesetzt
wurden, davon schätzungsweise ein Drittel slawischer Herkunft.
Die jeweiligen Grundherren
beauftragten in der Regel einen "Lokator" mit der
Dorfgründung
(allerdings ist im Gegensatz zu den Städten für märkische Dörfer allein
für
Rixdorf und auch erst spät aus dem Jahre 1360 eine Lokationsurkunde
erhalten geblieben).
Die Dorfgründungsstätte wurde im Hinblick auf Wasser, Weide, Acker und
Straßennähe bestimmt. Reihen von Dörfern an wichtigen Handelsstraßen
(z. B.
Berlin-Oderberg) sind auch heute noch erkennbar.
Lokatoren
Der Lokator sorgte
zunächst für die
Anwerbung von Bauern und überwachte dann den Aufbau der Höfe und die
Verteilung
des Landes. Die Höfe und die Hausstellen besetzte er mit sechs bis
zwanzig
Bauern, mit Kossäten (s. u.) und einem Pfarrer. Als Ausgleich für seine
Arbeit
erhielt der Lokator Sonderrechte und einen abgabefreien oder zumindest
weniger
stark belasteten Hof im neu gegründeten Dorf. Gehörte der Lokator zum
Adel, so
wurde er vom Landesherren zu Vasallendiensten verpflichtet, d. h. er
mußte in
Kriegszeiten Heeresfolge leisten. War er aus dem Bauernstande
hervorgegangen,
erhielt er das Amt des Dorfschulzen (s. u.). Eine Zwischenform war der
sogenannte Lehnsschulze, der als Nicht-Adliger seinen Hof und seine
Vergünstigungen vom Landesherren erhielt und diesem dadurch ebenfalls
als
Vasall verpflichtet war.
Hüfner
Im Bereich des
Teltow und Barnim
lebten die freien Bauern (Hüfner) eines Dorfes in
einer Genossenschaft
und betrieben Dreifelderwirtschaft. Alle Bauern zusammen besaßen die
sogenannte
Allmende, d. h. Anrechte an Waldgebieten, evtl. vorhandenen Weiden
sowie
Wassergebieten des Dorfes. Dreifelderwirtschaft bedeutete, daß im
jährlichen
Wechsel zwei der drei Gewanne mit Sommer- und Wintergetreide bestellt
wurden,
während das dritte brach lag und dem Vieh zur Weide diente. Jedes der
Gewanne war
in so viele Streifen geteilt, wie es im Dorf Hufen gab: besaß ein Bauer
zwei
Hufen, was die Regel zu sein schien, so verfügte er über zwei Streifen
im
Gewann. Im Teltow und Barnim hatten die meisten Dörfer zwischen 40 und
70
Hufen.
Abgaben
Bei der Ansiedlung
erhielten die
Bauern ihr Land nicht als freies Eigen, sondern als ein Gut, das vom
Grundherrn
zu Erbzinsrecht vergeben wurde. Dadurch befanden sich Hof und Hufe im
erblichen, aber nicht teilbaren Besitz des Bauern. Dafür waren dem
Grundherrn
von der Hufe der Grundzins zu entrichten (dieser
variierte anscheinend
je nach der Güte der Bodenverhältnisse, betrug aber meist 2 Schillinge,
also 24
Pfenninge), ferner der ursprünglich von den Markgrafen in Anspruch
genommene
kirchliche Zehnt (nach dem Merseburger Zehntvertrag von 1237 blieben
die neu
erschlossenen Gebiete entgegen der markgräflichen Bemühungen zwar dem
Bistum
Brandenburg zugehörig, die Markgrafen erhielten jedoch den Nießbrauch
für den
Kirchenzehnt und ein Vorschlagsrecht für Propsteistellen), der in der
Regel in
eine jährlich dem Grundherrn zu leistende Pachtabgabe
verwandelt wurde
(meist in Form unterschiedlichster Naturalabgaben). Schließlich mußte
als
allgemeine Landessteuer die Bede entrichtet werden.
Als besonderen
Anreiz zur Ansiedlung in der Mark versprachen die Grundherren bzw. die
Lokatoren den Siedlern sogenannte Frei-, also abgabefreie Jahre (in der
Regel
sieben). Die Hufenbauern waren persönlich frei und nicht zu Fronarbeit
auf
grundherrlichen Eigenwirtschaften verpflichtet, was einerseits ein
starker
Anreiz für die Ansiedlung in der Mark war, aber auch zur Folge hatte,
daß die
Hufenbauern Dörfer mit wenig ertragreichen Böden wieder verließen und
sich
andernorts niederließen (dies führte zur sogenannten "Wanderung" von
Ortsnamen – auch heute noch finden sich viele Dörfer gleichen Namens in
ganz
verschiedenen Regionen des Landes Brandenburg).
Landwirtschaftliche
Produktion
In den Dörfern des
Teltow wurde die
Pacht im allgemeinen in Form von Getreide entrichtet, vor allem in
Roggen, aber
auch Hafer und Gerste. Die Getreideproduktion mußte dementsprechend den
Eigenbedarf des Bauern decken, für das nächste Saatgut reichen und die
Naturalrente an den Grundherren erbringen. Zusätzlich wurde auch für
die großen
Städte Berlin, Cölln und Spandau sowie die Mark Getreide
erwirtschaftet, denn
die Mark Brandenburg war Teil des großen hansischen Wirtschaftraumes,
über den
diese ihr Getreide nach Westeuropa exportierte. In der Mark gab es zwar
viele,
aber nur kleine Ritterhöfe (s.u.), die nicht alleine die
Marktproduktion
erwirtschaften konnten. Da Bede und Zins fast immer in Geld zu
entrichten
waren, ist anzunehmen, daß die Bauern Getreide verkauften, um Geld zu
erhalten,
und sich so an der märkischen Getreideproduktion beteiligten. Daß die
märkische
Wirtschaft auf die Getreideproduktion fixiert war, läßt sich auch aus
der
großen Anzahl der Wasser- bzw. Windmühlen erschließen. Es herrschte
Mahl- oder
Mühlenzwang, d. h. die Einwohner eines oder mehrere Dörfer mußten ihr
Getreide
in bestimmten Mühlen zu mahlen. Ursprünglich hatten die Markgrafen das
Recht,
den Mühlenzwang zu verleihen, und er sollte die hohen Kosten decken,
die Bau
und Unterhalt von Mühlen verursachten, die im 13. und beginnenden 14.
Jahrhundert technisch sehr aufwendige Anlagen darstellten.
Als Sonderform der
Agrarproduktion
ist die Zeidelei (Imkerei) zu sehen. Nach alten
Unterlagen mußten
bestimmte heiden- bzw. waldreiche Gebiete in Teltow und Barnim pro Jahr
bis zu
3 Tonnen Honig im Wert von 80 Groschen liefern. Honig war als wichtiges
Süßmittel
sehr wertvoll. Auch der Rebenanbau und die Weinproduktion muß lokal
erfolgreich
gewesen sein, doch fehlen dafür für die Zeit vor 1500 schriftliche
Nachweise.
Der Fischfang
besaß in den
slawischen Siedlungen und Herrschaftssitzen einen erheblichen Anteil an
der
Nahrungsmittelproduktion und war deshalb gut entwickelt. Im Laufe der
deutschen
Besiedlung wurden dann die slawischen Fischer häufig in der Nähe von
Burgen und
Städten in gesonderten Bereichen angesiedelt, den sogenannten Kietzen.
Diese waren den Burg- bzw. dem Landesherren direkt unterstellt und
besaßen
keine Stadtbürgerrechte. Ihrem Herrn waren sie zu Abgaben sowie zu
Hand- und
Erntediensten verpflichtet. Häufig gab es einen eigenen Kietzschulzen.
Kossäten
Neben den freien
Hufenbauern lebten
in
den märkischen Dörfern die sogenannten Kossäten.
Diese besaßen ein
Häuschen mit Gartenland, evtl. auch mit Anteil an den Beiländern
(Kostenwörden), aber keinem Anrecht an der Allmende, die nur von den
Hufenbauern genutzt wurde. Nur in seltenen Fällen sind die Kossäten als
die an
den Dorfenden ansässigen Reste der slawischen Bevölkerung anzusehen.
Die
Kossäten mußten entsprechend ihrer geringen Wirtschaftskraft nur
geringe
Abgaben leisten, beispielsweise etwas Geld und ein Huhn. In manchen
Dörfern
hatten sie den Hüfnern die Abgaben und Dienste zu leisten. Im
Unterschied zu
anderen Regionen Deutschlands finden sich in der Mark archäologische
Nachweise
für Kossätenhäuschen erst ab der Zeit um 1230. Die Kossäten waren meist
als
Landarbeiter tätig, z. T. aber auch als Dorfhandwerker (Krüger,
Hufschmied,
Hirt). Ein Teil der Kossäten war slawischer Abkunft, besonders in den
Dörfern,
die in alten slawischen Siedlungsgebieten lagen. Vor allem dort, wo
ritterliche
Eigenwirtschaften (s. u.) eine Rolle spielten, häuften sich die
Kossätenstellen, außerdem wurden Kossäten auch zur Bestellung von
Pfarr- und
Schulzenhufen herangezogen.
Weitere
Dorfbewohner
Daneben gab es auch
Gesinde
und Tagelöhner, die bei den Dienstherren lebten.
Die Dorfhandwerker,
vor allem Hirten, Schmied und Stellmacher übten wichtige Tätigkeiten
für das
dörfliche Alltagsleben aus, doch ist wenig über ihre Lebensumstände
bekannt.
Man geht jedoch davon aus, daß eigenständige Handwerker im 13.
Jahrhundert eher
selten waren und daß sie sich - wenn überhaupt - in erster Linie in
solchen
Dörfern ansiedelten, die Sitz eines Adligen waren. Ihre Behausungen und
Werkstätten standen häufig auf dem Dorfanger und galten als
Gemeinschaftseinrichtungen. In der Regel wurden jedoch handwerkliche
Tätigkeiten von den Bauern selbst im Rahmen des Hauswerks erledigt.
In fast jedem Dorf
gab es einen
Krug
(Dorfschänke), der vom Krüger bewirtschaftet wurde.
Er durfte selbst
brauen und Bier ausschenken, evtl. übernahm er auch schon die Aufgaben
eines
Dorfkrämers. Die Krugzinsen (häufig in Form von Pfeffer) gingen an den
Grundherren, den Schulzen oder den Pfarrer.
Der Dorfpfarrer
verfügte
in
der Regel über 2 bis 4 Hufen Land. Dazu kamen die Einnahmen aus seinem
geistlichen Amt und verschiedenen Abgaben, die ihm zustehen konnten.
Die
Dorfkirche stand häufig auf dem Dorfanger oder seitlich auf dem
höchsten Punkt
des Dorfes. Im 12. Jh waren es noch hauptsächlich Feldsteinbauten, im
13.
Jahrhundert wurden dann schon Backsteinkirchen erbaut (die Techniken
zur
Herstellung von Ziegelsteinen kamen mit den niederländischen Siedlern
in die
Mark).
Der Dorfschulze
(s.o.)
wurde
mit dem Schulzengut, einem Hof und 2 bis 4 Hufen, belehnt, an welches
das Amt
geknüpft war, manchmal auch mit der Schankgerechtigkeit. Im Gegenzug
mußte der
Schulze seinem Lehensherren, in der Regel also dem Markgrafen, ein
Lehenspferd
für Boten- und Kriegsdienste stellen. Der Schulze versah das Amt des
Dorfrichters und erhielt dafür das sogenannte Richterdrittel. Er sprach
das
Urteil, das die Schöffen gefällt hatten, welche wiederum aus dem Kreis
der
Hufenbauern gewählt wurden. Das Dorfgericht
verhandelte Bagatelldelikte
wie leichte Körperverletzungen, Diebstähle und Übertretungen der
Feldordnung.
Als Beauftragter des Grundherren mußte der Schulze für die pünktliche
Ablieferung
der bäuerlichen Geld- und Naturalabgaben sorgen. Er regelte außerdem
den Beginn
der Felderbestellung und der Ernte sowie den Auftrieb des Viehs auf die
Weiden
und Stoppelfelder.
Adlige,
Ritter und Ministerialen
Weitere
Dorfbewohner mit besonderen
Rechten konnten Adlige (als Grundherren) bzw. Ritter
sein. Auch
diesbezüglich zeigt die Mark Brandenburg im 13. Jh besondere
Verhältnisse. Um
gewisse Begriffsverwirrungen zu vermeiden, sei hier darauf verwiesen,
daß
Ritter adelig oder nicht-adelig sein konnten, da die Bezeichnung Ritter
keinen
Stand im eigentlichen Sinne, sondern eine Aufgabe als Lehnsmann,
nämlich
Verpflichtung zum Kriegsdienst bedeutete. Die (weltlichen und
kirchlichen)
Fürsten setzten sogenannte Ministerialen (Dienstmannen)
ein, um Verwaltungs-
und andere Aufgaben für sie zu übernehmen. Diese Ministerialen wurden
häufig
mit Besitz belehnt und waren ihren Herren zum Kriegsdienst verpflichtet
– also
Ritter. Um 1200 war dann im Reich die Ministerialität, also die
Dienstmänner
ohne eigene Güter, mit den ehemals bevorrechteten Edelfreien (Adlige,
im Besitz
von Eigengütern, den sogenannten Alloden) zum Ritterstand verschmolzen.
Die
Eroberung und Kolonisierung der Mark wurde von diesem Prozeß
überlagert.
Entscheidend dabei war, daß es den askanischen Markgrafen gelungen war,
Amtsrechte zu allodialisieren, so daß der gesamte Grundbesitz -
ausgenommen
waren hier die bischöflichen Hochstifte - als markgräfliche Lehen
vergeben
wurde, für die Nobiles wie für die Ministerialität. Das Recht, Burgen
zu bauen
– ursprünglich ein königliches Recht – war im Laufe der Zeit auf die
Feudalherren übergegangen. Anfang des 13. Jahrhundert verzichtete
Kaiser
Friedrich II auf die Gerichtsbarkeit und die Befestigungshoheit in den
markgräflichen Territorien. In Brandenburg verlor der vom König
bestellte
Burggraf aus dem Geschlecht der Edlen von Jabelincze nach der
Wiedereroberung
der Mark im Jahre 1157 seine Macht und wurde zu Beginn des 13.
Jahrhundert von
den Markgrafen verdrängt. Die askanischen Markgrafen setzten nun
ihrerseits das
angeeignete Recht zum Burgenbau gegenüber dem Adel durch.
Die slawische
Oberschicht
(Adel) war in der Mittelmark – anders als in Mecklenburg und Pommern -
in den
innerslawischen Auseinandersetzungen im 12. Jahrhundert sowie den
Kämpfen
während der askanischen Herrschaftsübernahme verschwunden. Die neue
Oberschicht
kam vornehmlich aus dem Mittelelb-Raum, und nicht wenige unter ihnen
waren aus
der magdeburgischen Ministerialität in brandenburgische Dienste
übergetreten.
In der Mehrzahl der Fälle blieben die Gründungstätigkeiten und damit
auch die
grundherrlichen Rechte der einzelnen Adelsfamilien jedoch auf nur ein
Dorf
beschränkt, allerdings gewannen einzelne Familien im 13. Jahrhundert
noch
größere Besitzungen jenseits der Oder und in Pommern dazu.
Aus den genannten
Gründen wird
ersichtlich, daß Landadelige– sofern sie keine Befestigung oder Burg
vom
Markgrafen als Lehen erhalten hatten – Ihren Sitz in ihrem eigenen
Allodialgut
bzw. in einem der Dörfer hatten, die sie (vom Markgrafen oder der
Kirche) als
Lehen erhalten hatten.. Dabei handelte es sich dann meist um besonders
ausgebaute und durch kleine Wälle oder Wohntürme befestigte Güter mit 4
bis 6
Hufen, die üblicherweise in Holz-Erde-Bauweise errichtet wurden.
Entsprechende
Höfe erhielten - wie bereits erwähnt- auch die ursprünglich
nicht-adeligen
Lokatoren und Ministerialen, die als Lehnsschulzen bzw. Lehensmänner
ihrem
Grundherren zum Kriegsdienst verpflichtet und damit Ritter waren.
Anfänglich
besaßen diese Ritter 4 bis 6 abgabefreie Hufen in einem Dorf, die im
Gemenge
mit den Bauernhufen lagen und dem Flurzwang, d. h. der
gemeinschaftlichen
Regelung der Aussaat und Ernte, unterworfen waren. Die Mehrzahl der
Ritterhöfe
blieb ohne eigene Befestigung. Erst im 15. Jahrhundert wurden aus
diesen ländlichen
Adels- bzw. Ritterhöfen dann die in der Mark so häufigen Gutsschlösser
und
Rittergüter.
Rolle
der Kirche in der Dorfentwicklung
Die Kirche, vor
allem die Bischöfe
und Domkapitel von Brandenburg und Havelberg, war an Siedlung und
Landesausbau
beteiligt - im Hinblick auf die kirchliche Versorgung der Bevölkerung
und auf
die ihr dafür zustehenden Abgaben (Kirchenzehnt) liegt das nahe.
Bischöfe und
Domkapitel standen dabei teilweise in scharfer Konkurrenz mit dem
Markgrafen
und den anderen Siedelherren. Die Siedlungsleistung der Orden ist
unterschiedlich zu bewerten. Klöster und Stifte wurden überwiegend auf
askanischem Schenkungsgut errichtet. An der Spitze standen die
Zisterzienser
mit 19 Niederlassungen. Allerdings haben Zisterzienser und
Prämonstratenser nur
in geringem Umfange Siedlungen begründet. Ihre Bedeutung für die Mark
lag mehr
auf dem wirtschaftlichen Vorbild, das sie auf ihren Höfen, den
sogenannten
Grangien, gegeben haben. Der Templer- und der Johanniterorden haben
dagegen
erheblich zur Besiedelung der Mark beigetragen (siehe Artikel: Die
Balley
Brandenburg ).
Ausblick
auf die Entwicklung im 14. und 15. Jh
Wie erläutert,
lagen im ausgehenden
12. und im13. Jahrhundert die Rechte an den märkischen Dörfern fast
ausschließlich in der Hand der markgräflichen Familie – was im
Vergleich zu
anderen Gebieten des mittelalterlichen Deutschlands durchaus
ungewöhnlich war.
Der aus den unterschiedlichsten Gründen steigende Geldbedarf der
Markgrafen
führte dann jedoch zur Veräußerung von Rechten und Einkünften an
Ritterschaft,
geistliche Institutionen (Kirchenfürsten, Klöster etc.) und später auch
an
reiche Bürger, so daß im 14. Jahrhundert aus der Mark ein Feudalstaat
par
Excellence wurde, in welchem sich eine Vielzahl von Herrschaftsträgern
zwischen
die Markgrafen und die Hufenbauern geschoben hatten. Viele Dörfer kamen
so
unter die Herrschaft mehrerer Herren gleichzeitig, die ihre Recht über
den
Schulzen wahrnahmen und die Einnahmen aus Gerichtsfällen und den
fälligen
Abgaben erhielten. Im Laufe dieser Entwicklung entstanden und
vergrößerten sich
auch die märkischen Rittergüter. Außerdem konnten sich die märkischen
Adeligen
nach dem Aussterben der askanischen Linie (1320) das Recht
zurückerobern,
eigene Burgen zu besitzen. Durch die sogenannte Agrarkrise
(Preisverfall von
Agrargütern aufgrund von Bevölkerungsrückgang und sinkender Nachfrage)
verloren
die Hufenbauern in vielen märkischen Regionen im 14. und 15.
Jahrhundert ihre
Freiheiten und wurden ebenso wie die Kossäten vermehrt zu Frondiensten
verpflichtet
Literatur:
· Edelmann...
Bürger, Bauer,
Bettelmann - Berlin im Mittelalter. Adriaan von Müller. Hauder
& Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1979
·
Bürger,
Bauer, Edelmann – Berlin im
Mittelalter. Ausstellungskatalog. Museum für Vor- und Frühgeschichte,
Berlin.
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1987
· Bürger,
Bauer, Edelmann – Berlin im
Mittelalter. Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Museum für Vor- und
Frühgeschichte, Berlin. Pädagogischer Dienst SMPK, 1987
· Handbuch
der historischen Stätten
Deutschlands.
Band 10: Berlin und Brandenburg. Hrsg: Gerd Heinrich. 3. überarb. u.
erg.
Auflage, Kröner Verlag, Stuttgart, 1995
Preußische
Geschichte. Band 1:
Geschichte der Mark Brandenburg im Mittelalter. Hermann Brosien.
Freytag Verlag, Leipzig, 1887
- Die
Dörfer in Berlin. Hans-Jürgen Rach. Verlag für Bauwesen, Berlin, 1988
- Die
Mark Brandenburg. Heft 7: Burgen und Veste in der Mark Brandenburg.
Lucie Großer Verlag, Berlin, 1992
- Berlin
im Mittelalter. Die Entstehung der mittelalterlichen Stadt. Heinz
Seyer. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1987
- Die
Mark Brandenburg. Heft 33: Steinreiche Mark – Mittelalterliche
Feldsteinbauten. Lucie Großer Berlag, Berlin, 1999/II
|
siedlungsgeschichte
In den
reichsnahen ehemaligen
Marken und dem südlichen Ostseeraum wurde die wendische Vorbevölkerung
bis auf wenige Enklaven assimiliert.
Die Siedlungsbewegung nahm ihren Anfang im 9. Jahrhundert und erlebte
ihren Höhepunkt an der Wende zum 14. Jahrhundert. Mitte des 14.
Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung u. a. in Folge der
großen Pestepidemien jener Zeit ab
Bäuerlicher Landesausbau
Die
mittelalterliche
westeuropäische Landwirtschaft hatte einige Neuerungen erfahren, die im
Zuge der Ostsiedlung auch im Osten eingeführt wurden. Hauptsächlich
handelte es sich um Fortschritte in der Fruchtfolge,
neue Geräte wie den eisernen Pflug mit Streichbrett, und Methoden zum
Aufwerten oder Gewinnen neuen Ackerlandes wie Meliorations- und Deichbautechniken.
Diese Neuerungen und die Masse der Siedler veränderten die Geographie
des Landes nachhaltig.
Die
Wendenstämme lebten zumeist in
Siedlungskammern, die gewöhnlich an Flussläufen ausgerichtet und von
großen unbesiedelten Wald- und Sumpfgebieten umschlossen waren, welche
die einzelnen Stämme und Teilstämme voneinander trennten. Während der
Ostsiedlung wurde ein Großteil diese Wälder und Sümpfe durch Rodung und
Melioration in Ackerland umgewandelt. (Einige Jahrhunderte später
wurden ähnlich der mittelalterlichen Ostsiedlung unter den Preußen
viele der restlichen Sumpfgebiete trockengelegt und mit Kolonisten
besetzt, Preußen initiierte auch Aufforstungen, da durch die
mittelalterlichen Rodungen kaum Waldgebiete übrig geblieben waren.
Die von
den Wenden bereits
landwirtschaftlich genutzten Gebiete wurden. aufgesiedelt und die
landwirtschaftlichen Neuerungen hielten auch dort Einzug.
Die
Deutschen führten die
Hufenverfassung zur Einteilung und (z. B. steuerlichen)
Bewertung des Landes ein. Eine Hufe war als Maß für die ausreichende
Ernährung einer Wirtschaft gedacht und umfasste je nach Region 25 bis
40 ha. Dies führte zur Einführung neuer Dorftypen wie beispielsweise
dem Hagenhufendorf, das die Häuser mit ihren dahinter liegenden Hufen
entlang einer Hauptstraße aufreihte. Teilweise wurden aber auch
wendische Dorfformen adaptiert, so dass es zu einer Vielzahl
unterschiedlicher Dorftypen im Siedlungsgebiet kam.
Die
Deutschen führten auch ein
anderes Steuersystem ein. Während der wendischen Zehnt als Fixsteuer
nach der Dorfgröße festgelegt wurde, hing der deutsche Zehnt von der
tatsächlichen Ernte ab. Dies führte, trotz der anfänglich zu
Anwerbezwecken gewährten Privilegien und Steuernachlässe, zu höheren
Steuereinnahmen der Landesherren von den Siedlern.
Die
Siedler wurden mit Land und
Privilegien geworben. Ansiedlungen wurden gewöhnlich von Lokatoren
organisiert, die im Gegenzug einer privilegierten Stellung als die
angeworbenen Siedler erhielten, z. B. das Schulzenamt.
Behandlung, Mitwirkung und Spuren
der Wenden
Die
Bevölkerungsdichte der
Wendenländer vor der Ostsiedlung war im Vergleich zum Heiligen
Römischen Reich ohnehin niedrig und wurde durch ständige Kriege –
bedingt durch interne Konflikte und die zahlreichen Feld- und Kreuzzüge
der Nachbarländer – im 10. bis 12. Jahrhundert weiter dezimiert. Jedoch
stießen die Siedler nicht in menschenleere Gebiete vor, sondern in
Gebiete die – abgesehen von Rodungsland oder sonstigem unbewohnten
Terrain – teilweise und unterschiedlich dicht von Wenden bewohnt waren.
Wo es
bereits wendische Ortsnamen
gab, wurden diese zumeist übernommen oder zu wendisch-deutsch
Mischformen. Manche Dörfer, zumeist jene die auf Rodungsland oder sonst
aus wilder Wurzel gegründet wurden, erhielten deutsche Namen, die
z. B. auf -dorf oder -hagen;
auch der Name des Lokator oder der Herkunftsort der Siedler konnte Teil
des Ortsnamens werden. Manchmal wurden aber auch wendische Flurnamen
übernommen.
Wurde eine
deutsche neben einer
wendischen Siedlung gegründet, konnte der Name des Wendendorfes auch
für das deutsche Dorf übernommen werden, die Unterscheidung erfolgte
dann durch Zusätze (z. B. Klein- oder Wendisch-/Windisch- für
das Wendendorf, Groß- für das deutsche).
Des
Weiteren kam es vor, dass die
Wenden eines Dorfes vertrieben wurden, um das Dorf mit Siedlern neu zu
gründen. Für das Dorf Böbelin in Mecklenburg ist z. B.
dokumentiert, dass solchermaßen vertriebene Wenden wiederholt das
Neubesiedelte Dorf überfielen.
Diskriminierung
der Wenden war
jedoch kein generelles Konzept, sondern war dort, wo sie vorkam, auf
die unterschiedlichen Besteuerungssysteme zurückzuführen, die den
Wenden geringere Abgaben ermöglichten als den Siedlern und sie daher
für den Landesherren unattraktiv machten. Wenden, die sich am
Landesausbau beteiligten, wurden rasch assimiliert.
Bis auf
isolierte ländliche Gebiete
verschwand daher die wendische Kultur und Sprache. Ausnahmen bildeten
die Enklaven der Drawehnopolaben im Wendland, die Slovinzen und
Kaschuben Hinterpommerns und Pomerellens und die Sorben der Lausitz.
Kaschuben und Sorben konnten ihre Sprache und Kultur bis heute bewahren.
Da
vielerorts die slawischen
Flurnamen übernommen wurden, stellen diese (in adaptierter und
weiterentwickelter Form) einen sehr hohen Anteil der ostdeutschen Flur-
und Ortsnamen. Erkennbar sind sie z. B. an Endungen auf -ow,
-vitz or -witz und teilweise -in.
In den ehemaligen Ostgebieten wurden diese Namen inzwischen polnisiert
oder durch polnische / russische ersetzt.
Da die
Vergabe von Nachnamen in
Deutschland erst während und nach der Ostsiedlung üblich wurde, sind
ebenfalls viele von Ortsnamen abgeleitete deutsche Nachnamen auf einen
slawischen Ursprung zurückzuführen.
Erlahmen der Siedlungsbewegung
Durch
Tatareneinfälle im 13.
Jahrhundert wurde die Bevölkerung in Osteuropa stark dezimiert.
Anschließend wurden zwar neue Siedler aus dem Westen angeworben und
Städte wieder errichtet, viele Siedlungen blieben aber verlassen. Mitte
des 14. Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung in Folge der großen
Pestepidemien jener Zeit ab.
Dorfkirchen als „Wehrkirchen“
Oft reicht
das pure Vorhandensein
von quaderten Feldsteinen als Baumaterial dazu aus, die Kirche als
„Wehrkirche“ zu bezeichnen, selbst wenn, wie z. B. in
Lichterfelde, noch nicht einmal ein bauzeitlicher Steinturm vorhanden
ist.[14] Von Wehrkirchen kann aber nur dann
gesprochen werden, wenn eine nachhaltige, aktive militärische
Verteidigung möglich ist. Dies setzt das Vorhandensein eines
Mauerumwehrten Kirchhofs voraus, der auch einen Brunnen und
Vorratsgebäude (Gaden) umschließt. Diese Kirchhofsmauer oder auch das
Dach- oder Turmgeschoss der Kirche müssen, wenn sie ihren Zweck
erfüllen sollen, mit Wehrgang, Zinnen und Schießscharten versehen sein,
wie sie in den Kirchenburgen z. B. in
Franken und Siebenbürgen vorzufinden sind.
Die
Schlitzfenster der märkischen
Dorfkirchen im Turmbereich werden viel zu oft als „Schießscharten“
bezeichnet, obwohl das Schießen aus ihnen aus zwei Gründen gar nicht
möglich ist: Die Schlitze weiten sich nicht nach innen, so dass ein
Zielen gar nicht möglich ist. Fast immer fehlt auch die Standfläche für
einen Schützen hinter dem Schlitz.
Neben den
Schlitzfenstern
existieren manchmal auch hölzerne Sperrbalken in den Türgewänden, in
Einzelfällen auch schmale Treppen innerhalb der dicken Turmwände.
Zweifelsohne erleichtern sie es, die Kirche in Notfällen kurzfristig
als Zufluchtsstätte zu benutzen. Dies sind jedoch
weder der Haupt- noch der gleichberechtigte Nebenzweck der Kirchen. Es
ist eine schlichte Selbstverständlichkeit, dass bei Gefahr dasjenige
Gebäude im Dorf aufgesucht wird, das am höchsten liegt und über die
festesten Wände verfügt.
Dennoch
ist in Darstellungen etwa
seit 1900 der Eindruck erweckt worden, als handele es sich bei den
Feldsteinkirchen um eine Art militärisches Bauprogramm,
das mit dem Fortschreiten der „Ostkolonisation“ frontlinienmäßig nach
Osten vorgeschoben wurde, gegen feindliche Slawen (siehe folgenden
Abschnitt). Beispiel (1925): Um die Wende des 12. und
13. Jahrhunderts war der Teltow noch ein slawisches Gebiet (…)
Allmählich drang also der Deutsche in das Land ein. Er musste natürlich
auf seiner Hut sein und sich, ähnlich wie wir es bei unseren
afrikanischen Kolonien getan haben, militärisch sichern. (…) Daher
nutzte man ein Bauwerk inmitten des Dorfes auch für militärische Zwecke
aus: die Kirche.
Aus der
Zeit der Errichtung der
Feldsteinquaderkirchen (Anfang des 13. Jahrhunderts) sind
keine Aufstände der slawischen Vorbevölkerung (wie
z. B. im Jahr 983) mehr bekannt, wohl aber wiederholte Kämpfe
(z. B. Teltow-Krieg) zwischen den bei der Landnahme
rivalisierenden deutschen Fürsten (Askanier, Wettiner, Erzbischöfe von
Magdeburg). Die Schutzfunktion der Dorfkirchen richtete sich also nicht
vorrangig gegen die Slawen. Dies zeigen vor allem auch die (einzigen
tatsächlichen) Wehrkirchen in Hessen, Franken und Baden-Württemberg,
die abseits der ehemals slawischen Gebiete liegen und erst im
Spätmittelalter entstanden: „Wehrkirchen“ sind kein antislawisches
Bauprogramm.
Ein
extremes Beispiel bietet die
Dorfkirche Ladeburg (bei Bernau), wo die Dorfkirche zum Anbau eines
ursprünglichen „askanischen Wehrturms“ erklärt wird.
Kultur der Slawen
Natürlich
haben sich die Slawen
zwischen Elbe und Oder bis ins 12. Jahrhundert hinein gegen
unerwünschtes Vordringen deutscher Zuzügler gewehrt. Allerdings gibt
es, zum Teil sogar schon im 11. Jahrhundert, Beispiele
slawischer Fürsten (z. B. in Mecklenburg und Pommern), die das
Christentum annahmen, mit deutschen Nachbarfürsten paktierten und
selbst deutsche Siedler und Kaufleute ins Land riefen. Die Deutsche
Ostsiedlung verlief sehr viel einvernehmlicher als
in vorigen Jahrhunderten unter Gesichtspunkten des Nationalismus
gedacht, so dass die heutige Forschung lieber vom
„hochmittelalterlichen Landesausbau in der Germania Slavica“ spricht.
Auch
Markgraf Albrecht der Bär
hatte mit seinem Nachbarn, dem christlichen Slawenfürsten
Pribislaw-Heinrich, einen Erbvertrag zur Übernahme Brandenburgs
geschlossen. Zur militärischen Eroberung Brandenburgs am
11. Juni 1157 kam es jedoch erst dann, als ein entfernter
slawischer Verwandter namens Jaczo (Jaxa von Köpenick?) diesen
Erbvertrag nicht anerkennen wollte. Viele Historiker gingen bis zur
Mitte des 20. Jahrhunderts davon aus, dass die deutschen
Zuzügler die slawische Bevölkerung vertrieben, wenn nicht gar
„ausgerottet“ hätten; dies ist inzwischen jedoch widerlegt.[16]
Ein gutes Beispiel für den gemeinsamen Landesausbau ist unlängst für
Mecklenburg detailliert belegt worden.[17] Auch
die Forschungen des ehemaligen Berliner Landesarchäologen Adriaan von
Müller weisen in die gleiche Richtung (Museumsdorf Düppel).
Problematisch
ist die von der
deutschen „Ostforschung“ vor allem in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts entwickelte Vorstellung von der slawischen
Alltagskultur. Beispiel (1926): „Anstelle der hoch
entwickelten germanischen Kultur, die die Semnonen als ein Volk mit
Sinn für Formgebung und Schönheit geschaffen hatten, trat in slawischer
Zeit ein Zustand der Unkultur, wie wir ihn uns
primitiver kaum denken können. Die Slawen passten sich der rauen Natur
des Landes an, ohne ernsthaftere Versuche zu machen, die dürftigen
Lebensbedingungen durch harte Arbeit zu verbessern.
Dass diese
Sichtweise manchmal bis
in die heutige Zeit anhält, zeigt das Beispiel einer
Dorfkirchen-Broschüre einer Kirchengemeinde im Süden Berlins aus dem
Jahre 1990: „Erst im 12. Jahrhundert setzte die
gewaltige Kolonisationsbewegung auch in unserer Heimat ein. Die Ritter-
und Mönchsorden begannen ihre umfassende Arbeit, die immer um zwei
Ziele kreiste: Evangelisation und Zivilisation. Sie predigten das
Evangelium, errichteten immer mehr und festere Stützpunkte und
zeigten den Wenden, wie man den Kampf gegen Sand und Wasser
aufnimmt und in planmäßiger Arbeit auch dem kargen, märkischen
Sandboden reichen Ertrag abringen kann.
Die
Vorstellung, dass den Slawen
Kultur quasi aufgedrängt werden musste einschließlich der Erziehung
zu „harter Arbeit“ und dass diese sich dagegen wehrten, steht
in unmittelbarem Zusammenhang mit der Interpretation von Dorfkirchen
als „Wehrkirchen“. Dass es ein Kulturgefälle vom
südwestlichen Mittelmeerraum nach Nordosten hin gab, ist unbestritten;
dies betrifft jedoch ebenso sehr die germanischen Vorläufer in Bezug
auf die Römer; zu Hochmut besteht also kein Anlass.
Baugeschichte der Wehrkirchen
Die Kirche
ist dabei von einer
Wehrmauer umgeben, die mit Wehrgängen und Wehrtürmen ausgestattet ist.
Sie sind eine Sonderform bzw. Weiterentwicklung der Wehrkirchen, deren
Verteidigungsmauern gleichzeitig die Kirchenmauern sind. Allerdings
werden die Begriffe häufig synonym verwendet, und der Übergang ist
fließend.
Besonders
häufig findet man
Kirchenburgen in Franken, Südfrankreich und Siebenbürgen. Insbesondere
in Siebenbürgen, einem historischen deutschen Siedlungsgebiet in
Rumänien, gibt es weit über hundert Kirchenburgen, von denen 1993
sieben zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Erbaut und instand
gehalten wurden sie, um sich gegen die immer wiederkehrenden
Türkeneinfälle zu verteidigen.
Die
Kirchenburganlagen entstanden
im späten Mittelalter. Die Dörfler hatten im Gegensatz zu den Städtern
nicht das Geld, um Wehranlagen rings um das Dorf zu errichten. Sie
waren aber nicht minder den kriegerischen Auseinandersetzungen ihrer
Landesherren und damit auch Überfällen und Plünderungen ausgesetzt.
Auch größere Räuberbanden waren eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Die Kirche, oft der einzige Steinbau im Ort, war am ehesten geeignet,
um sich darinnen zu verteidigen. So entstanden die unterschiedlichen
Formen befestigter Kirchen, von der mit Speichern umgebenen Kirche, in
der man eine mehrtägige Belagerung aushalten konnte, über einfache
Wehrkirchen bis zur Kirchenburg.
Quelle
: Wikipedia
|
namensgebung
Michael Stechow
1630 –
nach 1681
poeta
lauretarus Mitglied des Elbschwanenordens.
Übertrug
die Psalme Davids in
strophische Gedichtet
Lebte eine
Zeitlang als Pfarrer in
Barsikow (Bersickau) und zuletzt in Nordsteinke bei Braunschweig wo er
bis 1681 bezeugt ist, Verfasste die Kirchenagende für B. /1680)
Der Name
des Ortes wurde 1433
zuerst erwähnt und bedeutet slawische: „Siedlung eines Mannes Namens
Barsieck“
Hinweis:
Barsieck soll der
„Schnelle „heißen
Quelle : www.literaturport.de
|
glocken in der kirche
Barsikow
Unter
dem Besitz unserer Kirche sind besonders die drei Glocken
bemerkenswert. Sie sind aus dem Jahre 1513, stammen also noch aus der
katholischen Zeit. Die größte hat an ihrem oberen Rand die Umschrift:
Anno +
Domini + millesimo + quingentesimo +
decimotercio + help + hilche + moder + svnta + anna + svlf + drodde +
its + maria + anna + o + rex + cloru + criste + veni + cum + pace.
das
heißt: Im Jahre des Herrn 1513: Hilf, heilige Mutter, Sankt Anna, selbe
dritte ist Maria Anna. O Himmelskönig Christe komm mit Frieden.
Die
kleine Glocke hat die Umschrift:
anno
+ domini + dvsem + ccccc + unde + xiii + des + donnersdages + nahm +
adrees + dage.
d.h:
Im Jahr des Herrn Dusem (Tausend) 500 und 13 des Donnerstages nach dem
Andreastage.
Die mittlere Glocke hat keine
Umschrift, ist aber gleichzeitig entstanden, wie schon die Inschrift
der großen Glocke beweist. Denn offenbar hat die große Glocke den Namen
heilige Mutter, die mittlere heilige Anna, die dritte Maria Anna
erhalten. Das zeigt auch das Medaillonbild an der großen Glocke, auf
welchem mitten Maria mit dem Kinde und zu beiden Seiten kniende Frauen
abgebildet sind. Die Inschrift der kleinen Glocke nennt wohl nur den
Tag des Gusses.
Quelle
: Aus Nachrichten
über Barsikow von Gottlieb Wilhelm Schinkel
Das oben bezeichnete Medaillonbild
auf der großen Glocke ist eines der zwei Pilgerzeichen. Pilgerzeichen
wurden von einer Pilgerreise mitgebracht und in die neue Glocke mit
eingegossen, damit ihr Gedanke mit den Schwingungen der Glocke über das
Land verbreitet wird. Neuere Forschungen kommen zu einem anderen
Ergebnis. Pilgerzeichen wurden in großen Mengen verkauft. Gefunden
wurden nur wenige. Heute nimmt man deshalb an, dass das Metall der
Pilgerzeichen als Zuschlagstoff beim Gießen der Glocken verwendet
wurde.
Das
Pilgerzeichen in der Form einer Monstranz stammt aus dem
mecklenburgischen Sternberg. Nach Sternberg wurde gepilgert, weil die
Kirche dort angeblich von Juden (was nicht stimmte) geschändet wurde.
Wegen des traurigen Anlasses der Schändung wird das Sternberger
Pilgerzeichen als ein negatives Pilgerzeichen bezeichnet.
Sternberg war nicht
allzu lange
Pilgerort (1492 – 1520). Das aus Aachen stammende Medaillon-Pilgerzeichen hat drei Kreise übereinander. Der untere
Kreis zeigt eine Beweinung Christi, der obere die Weihung des
Marienkleides. Der mittlere, jetzt leere Kreis diente zur Aufnahme
eines Spiegelchens. Bis zur Reformation pilgerten viele Menschen zu
Wallfahrtsorten. Ursprünglich konnten die heiligen Reliquien berührt
werden. Weil sie dadurch zerstört wurden, ging man dazu über diese nur
noch zu zeigen. Das Spiegelchen auf dem Pilgerzeichen
sollte die heilige Wirkung der gezeigten
Reliquien auffangen.
Es
ist anzunehmen, dass Gottlieb Wilhelm Schinkel das als Medaillon
bezeichnete Zeichen auf der Glocke nicht als Pilgerzeichen erkannte.
An
Hand der Pilgerzeichen konnte der Pilgerweg von Berlin nach Bad
Wilsnack (zur Wunderblut-Kapelle) als Teil der Jacobs-Pilgerwanderwege
in Europa neu entdeckt
werden. Inzwischen ist der Pilgerweg bis nach Tangermünde gefunden und
ausgeschildert.
Quelle
:
entnommen aus Nachrichten über Barsikow von Gottlieb Wilhelm
Schinkel, Prediger in Barsikow Seite 23 und 24
Quelle: Entnommen
aus einem
Vortrag von Frau Carina Brumme, gehalten am 22.11.08 in Protzen.
|
kurfürstliches
/königliches / staatliches patronat von 1648 bis 1997
am Beispiel der Kirche zu Barsikow
Vor der
Zubilligung des
Kirchenpatronats durch Papst Alexander III. im 12. Jahrhundert waren
die meisten Kirchen Eigenkirchen adeliger Grundherren (oder Klöster).
Alexander III. führte das Kirchenpatronat (auch Kirchensatz oder
Kollaturrecht) ein, welches das Obereigentum des Kirchenstifters
verfestigte. Das Patronatsrecht wurde erworben durch
den Bau der Kirche, deren Dotation oder
den Wiederaufbau einer Kirche.
Patron ist
lateinisch und heißt
übersetzt „Kirchherr“. Nicht jeder konnte Patron werden. Voraussetzung
war ein :
Kanonischer Erwerbstitel,
juristische oder natürliche Person
mit kirchlicher Fähigkeit
ein patronatsfähiges Objekt (Kirche)
Es musste eine
kirchenobrigkeitliche Genehmigung vorliegen
Rechte
und Pflichten eines
Patrons waren:
Die Kirchenbaulast am
Kirchengebäude (mitunter auch am Pfarrhaus)
Dem Patron oblag vor allem die
subsidiäre Sorge für die Erhaltung der Kirche, wenn das dazu nötige
Kirchenvermögen nicht ausreichte. Der
Patron durfte deshalb die
Verwalter des Kirchenvermögens bestellen
und die Rechnungslegung
einfordern
Besoldung des Pfarrers und anderer
Amtsträger der Kirche
Recht zur Wiederbesetzung einer
Pfarrei
Präsentationsrecht (konnte der
kirchlichen Instanz einen neuen Pfarrer vorschlagen)
Vetorecht bei der Übernahme des
Pfarramts durch eine dem Patron nicht genehme Person
Das Ehrenrecht des Sitzplatzes in
der Kirche im Patronatsgestühl (besonderer Platz in der Kirche)
Das Ehrenrecht der Erwähnung im
Gebet
Begräbnis in der Kirche oder einem
besonderen Platz auf dem Friedhof
Ehrenmähler
in der Kirche
Trauergeläut,
Kirchentrauer
Umfassend
war die Mitwirkung des
Patrons bei der Verwaltung des Kirchenvermögens. Diese oblag den
Kirchenvorstehern und unterstand der unmittelbaren Aufsicht des
Patrons. Zu den Pflichten eines Patrons gehörte die Bereitstellung von
Baumaterialien, wie Holz, Kalk, Steine, Ziegel etc. Wahrend die
Gemeinde hauptsächlich Hand und Spanndienste, den Arbeitslohn und
Nebenmaterialien wie Lehm zu übernehmen hatte.
§ 712 des
Allgemeinen Landrechts
für die Preußischen Staaten bestimmte: Die Baukosten sollten
hauptsächlich aus dem Kirchenvermögen bestritten werden, ohne das
Aufkommen für die laufenden jährlichen Kosten zu gefährden. Reichten
die Mittel nicht, musste der Patrone und die Gemeindemitglieder
gemeinschaftlich dafür eintreten. Das Pfarrvermögen mit den Pfarrgütern
und anderer Einkünften zählten dabei nicht zum Kirchenvermögen.
Das
Allgemeine Landrecht für das
Preußische Statten von 1794 galt bis zur Neuregelung mit der Weimarer
Reichsverfassung.
Patron der
Barsikower Kirche war
von Alters das Zisterzienser-Nonnekloster Zehdenick.
Das
Zisterzienser-Nonnenkloster in
Zehdenick entstand im Jahre 1170. In den Nachrichten über Barsikow von
G.W. Schinkel fragt
der Autor, ob die Kirche Barsikow vom Zisterzienser-Nonnenkloster
Zedenick gegründet worden ist? Das Kloster hatte in Barsikow keinen gewinnbringenden
Besitz und seine Besitzungen erstreckten sich sonst nicht soweit.
Die
Reformation begann in
Brandenburg 1540 mit einer an allen Orten durchgeführten
Kirchenvisitation. Über Barsikow meldet das Protokoll (s. Riedel Cod.
Dipl Bd. 7 S. 274):
Das
Pfarrbesetzungsrecht hat das
Kapitel zu Zehdenick,
Pfarrverwalter
war Jakob Voß,
eigentlich Pfarrer Joachim Kolke, welcher sich jenen für 1 Schock
Groschen jährlich als Miethling hielt. Der Pfarrer hatte ein Pfarrhaus
und einen Garten. 12 Jud. Heu Wiesenwachs, den Kirchencent und mehrere
Hufen (25-50 ha)Land.
Ziel
dieser und der folgenden
Kirchenvisitation war
die Prüfung zu erwartenden und tatsächlichen Einkünfte des
Kirchespieles, um die Dotierung der Stellen und den Unterhalt der
Kirchengebäude zu sichern.
Die
Reformation hatte nur die
Mönchsklöster aufgehoben, indem sie deren Bewohner aussterben ließ. Die
Nonnenklöster (so auch Zedenick) blieben, wurden aber in freie
Fräuleinstifte verwandelt. Sie behielten zuerst ihre Güter und Rechte,
auch das Patronatsrecht.
Der
dreißigjährige Krieg hatte den
Staat genötigt, auch das Klostervermögen für seine Ausgaben
anzugreifen; die Stiftsfräulein mussten während desselben manchmal über
Hunger klagen. Am Ende des Krieges hat der Staat fast überall das
Stiftsvermögen in seine Verwaltung und die Rechte der Stifte in seine
Hand genommen.
Das
Klostergut von Zehdenick war
nach dem dreißigjährigen Krieg (1619-1648) landesherrliche Domäne
geworden, welche nun auch das Patronatsrecht übte. So wurde das
Kirchenpatronat über Barsikow landesherrlich; das Kirchengebäude kam
unter den Einfluss der landesherrlichen Baumeister und dessen
Geschmack. Daraus erklären sich hier der kostspielige Turmbau von 1743
und die damit verbundene Stylverbesserung der Kirche nach kirchlichem
Baugeschmack des damaligen königlichen Baumeisters.
Damals war das preußische Königsthum
(1701 – 1871(?) noch neu, darum wurde es durch die Krone auf dem neuen
Turme bezeichnet.
Im Zuge
der Reformation hatte sich
der Landesherr die Instrumente geschaffen, um die Kirche der weltlichen
Obrigkeit zu unterstellen. Die weltliche Herrschaft verstand sich
zugleich als Kirchenoberhaupt. In Brandenburg schuf der Landesherr bis
zum Ende des 16. Jahrhunderts staatliche Gremien der Kirchenaufsicht.
Der Landesherr konnte jederzeit in die Kirchenahngelegenheiten
hineinregieren. Über die geistlichen Gerichte und Visitationen übte er
seine Kirchenobrigkeit aus. Mit dem Argument der Wiederherstellung
rechtlicher Verhältnisse für die Kirchen wurde die obrigkeitsstaatliche
Kontrolle über die lokalen Beziehungen zum Nachteil der lokalen
Aneignungsinteressen an Kirchengütern ausgebaut.
Der
Gutsbesitzer handelte als
lokale Obrigkeit gegenüber der Kirchegemeinde und der Pfarrer als
Dienstherr gegenüber Kirchendiener, die er selbst in der Regel nicht
bestimmen konnte.
Über
Kammern und Ämter verwaltete
der Landesherr unmittelbar seine Patronate. Diese konnten einen
wählbaren Ältesten bestimmen oder selbst in den Gemeindekirchenrat
eintreten. Sie hatten die Aufsicht über die Verwaltung der Kirchenkasse
und das Recht auf Zustimmung zu den genehmigungspflichtigen Geschäften
der Vermögensverwaltung.
Die
Kirchenkasse wurde bis 1724
ganz hier verwaltet (berichtet die Chronik nach Schinkel), wo die
Einsendung der Überschüsse an das Kön.
Amts-Kirchen-Revenüen-Direktorium angeordnet und damit der
Ämter-Kirchenfond für die Kirchen Königlichen Patronats gegründet
wurde.
Weil das
Kirchenpatronat vom
Kloster Zehdenick herrührte, blieb die Verwaltung der Barsikowschen
Patronatsangelegenheiten bis 1804 in den Händen des Amtes Zehdenick.
Das war wegen der großen Entfernung sehr unbequem. Auf immer
wiederholte Erinnerungen der Kriegs- und Domänenkammer, die
Barsikowschen Bausachen mit Nachdruck zu betreiben, gab das Amt immer
wieder die Antwort, dass Barsikow 8 Meilen von Zehdenick entfernt sei,
auch das Amt im Dorfe weder Gerichtsbarkeit noch Polizei, also wenig
Macht habe. Endlich fragte die Kammer beim Amte an, wie es zugehe, dass
die Barsikowschen Angelegenheiten von Zehdenick und nicht von einem
anderen Amte verwaltet würden. Sollte auch das Patronat vom Kloster
Zehdenick herrühren, so würde das noch kein entscheidender Grund für
die unzweckmäßige Einrichtung sein. Das Amt wusste weder Grund noch
Ursprung der Einrichtung anzugeben
Mit
Abschaffung der
Patrimonialgerichtsbarkeit (1849) und der Gutsbezirke (1922) blieb der
Gutsherr lokale Obrigkeit in Kirchenangelegenheiten unter
staatskirchlicher Aufsicht. Für
die staatlichen Patronate spielten nur noch die Baulastpflichten eine
Rolle, die anderen Patronatsrechte wurden praktisch nicht mehr
wahrgenommen. Die Frage nach der Eignung der Pfarrer wurde durch die
Frage der Baulasten in den Hintergrund gedrängt.
Schließlich
vollzog die
Kirchenleitung die Trennung von Staat und Kirche. Die offizielle
Trennung erfolgt per Gesetz 1919 auf der Grundlage ist
Artikel 140
Grundgesetz (GG) in Verbindung mit den Artikeln 136 bis 139 Weimarer
Reichsverfassung (WRV).
Das
Patronatsrecht in Berlin ist
bis heute erhalten. Zu einer förmlichen Aufhebung des Patronats kam es
in Brandenburg durch den Beschluss der Provinzialverwaltung vom 9.
Februar 1946, „nach Benehmen mit den Kirchenbehörden der Provinz“. Der
§ 1 dieser Verordnung lautete: „Das Kirchenpatronat wird als
staatrechtliche Einrichtung aufgehoben.“ Für Brandenburg war damit die
fast 800 Jahre alte Rechtskonstruktion des ius patronatus aufgehoben.
Fünfzig Jahre danach, am 8. November 1996, bestätigte der
Brandenburgische Staatskirchenvertrag die Verordnung von 1946. Die
Aufhebung des Patronats in Brandenburg ist seit dem 10. März 1997
Gesetz.
Quellen:
Nachrichten über Barsikow v. G.W. Schinkel
Grundlinien des neuzeitlichen Kirchenpatronats in der Mark
Brandenburg
Von Wolfgang G.
Kroegel - Vortrag gehalten auf der Frühjahrstagung der
Arbeitsgemeinschaft für
Berlin-Brandenburgische
Kirchengeschichte imMärz 2002 in Berlin-s. Jahrbuch für
Berlin-Brandenburgische
Kirchengeschichte 64. Jahrgang 2003 B.Linke
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die alte
poststrasse
Die
alte Poststraße führte von Fehrbellin über Protzen nach Manker. In
Manker umging die Poststraße den Ort und führt weiter nach Wildberg.
Von Wildberg bis nach Metzelthin lief die Poststraße entlang der
heutigen B167. Zwischen Metzelthin und Wusterhausen sind Poststraße und
Pilgerweg identisch.
Die Trasse
der B5 zwischen
Wusterhausen und Kyritz ist nicht die der alten Poststraße. Vermutet
wird zurzeit eine Wegeführung hinter dem Heinrichsfelder Flugplatz.
Poststraßen
entstanden erst nach
dem 30igjährigen Krieg um 1645. Die erste Poststraße in Preußen führte
von Königsberg nach Klewe. Mit Fertigstellung der B5 im Jahre 1830 als
neue Poststraße zwischen Berlin und Hamburg verlor die alte Trasse ihre
Bedeutung. Entfernungsmaß in Preußen zum Zeitpunkt der Fertigstellung
der B5 war die Meile. Eine Preußische Meile entsprach
7,5 km. Die neue Poststraße erhielt je
Meile eine steinerne Postsäule. Dazwischen gab es Halb– und
Viertelmeilensteine. Der Fahrpreis richtete sich nach der Anzahl der
während der Fahrt passierten Steine. Als 1872 Meile durch
Kilometer ersetzt wurde, reduzierte man die Anzahl der Postsäulen und
stellte sie alle 10 km auf. An
der heutigen B5 sind sie zu sehen. In unserer Nähe steht
eine in Segeletz und die
nächste kurz vor Heinrichsfelde. Sparsam setzte man keine neuen Steine,
sondern verwendete die alten, indem die alte runde Meileninschrift herausgeschnitten und
durch die neue Kilometer-Schrift auf rechteckigem Grund ersetzt wurde.
Offensichtlich erwarb Rittergutsbesitzer
Kriegsheim zwei Säulen der nicht mehr benötigten Meilensäulen und
stellte sie vor seinem Schloss in Barsikow auf. Die Säulen sind
historisch äußerst wertvoll, denn nur sie tragen noch die ehemalige
Meilenbezeichnung. Museumsfachleute schauen neidvoll auf unsere Säulen!
Schauen Sie doch mal genau hin!
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fontanes „wanderungen
durch die mark brandenburg“
S. 438
König Friedrich der
II: Ich wird Ihnen nichts geben! Wie heißt das Dorf hier vorn?“
Fromme:
„Barsikow.“
König:“Wem
gehörts?“
Fromme:
“De Herrn von
Mütschefall.“
König:
„Was ist das
für ein Mütschefall?“
Fromme:
„Er ist Major
gewesen unter dem Regiment, das Ihre Majestät als Kronprinz gehabt
haben.“
König:
„Mein Gott!
Lebt er noch?“
Fromme:
„Nein; er ist
tot, die Tochter hat das Gut.“
Nun kamen
wir ins Dorf
Barsikow, wo der Edelhof eingefallen ist.
König:
„Hört! Ist das
der Edelhof?“
Fromme:
„Ja!“
König:
„Das sieht ja
elend aus! – Hört einmal: den Leuten geht’s hier wohl nicht gut?“
Fromme:
„Recht
schlecht, Ihro Majestät! Es ist die größte Armut.“
König:
„Das ist mir
leid! – Sagt mir doch: es wohnte hier vor diesem ein Landrat. Er hatte
viele
Kinder; könnt ihr Euch nicht auf ihn besinnen?“
Fromme:
„Es wird der
Landrat von Jürgaß zu Ganzer gewesen sein.“
König:
„Ja, ja! Der
ist gewesen. Ist er schon tot?“
Fromme:
„Ja, Ihro Majestät.
Er ist 1771 gestorben, und es war was Besonderes damit: in vierzehn
Tagen starb
er, seine Frau, die Fräulein und vier Söhne. Die andern vier Söhne
mussten
dieselbe Krankheit ausstehen, die wie ein hitzig Fieber war, und obwohl
die
Söhne, weil sie in Diensten waren, in verschiedenen Garnisonen standen
und kein
Bruder zum anderen kam, so bekamen sie alle viere doch dieselbe
Krankheit und
kamen nur so eben mit de Leben davon.“
König:
„Das ist ein
verzweifelter Umstand gewesen! Wo sind die noch lebenden vier Söhne?“
Fromme:
„Einer unter
Zieten-Husaren, einer unter den Gensdarmes! Einer ist unter dem Prinz
Ferdinandschen Regiment gewesen und wohnt auf dem Gute Dessow. Der
vierte ist
der Schwiegersohn vom Herrn General von Zieten. Er war Lieutenant beim
Zietenschen
Regiment; Ihre Majestät haben ihm aber in diesem letzten Kriege, wegen
seiner
Kränklichkeit, den Abschied gegeben; nun wohnt er in Ganzer.“
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pfarrer
gottlieb wilhelm schinkel
Anlässlich
seines
fünfzigjährigen Pfarramts-Jubelfestes erschienen 1882 im Druckhaus E.
Buchbinder in Neu-Ruppin die „Nachrichten über Barsikow“. Der Verfasser
-
Gottlieb Wilhelm Schinkel – Pfarrer zu Barsikow - berichtete in diesen
Nachrichten über das Leben und die Geschichte seit 1491 in und von Barsikow. Die
Schrift liegt nur noch als Nachdruck
vor. Der Nachdruck erschien
anlässlich des 500jährigen Bestehens Barsikows im Jahre 1991 als Heft.
Allgemein wird die Schrift als Chronik von Barsikow angesehen.
Wer war
nun Gottlieb
Wilhelm Schinkel? War er verwandt mit dem großen Baumeister Karl
Friedrich
Schinkel?
Herr
Michael Deylitz
aus Sieversdorf und das Internet halfen.
Mit dem Programm Ahnenforscher konnten die Vorfahren und Nachkommen von
Karl
Friedrich Schinkel (13.03.1781 – 09.10.1841) ermittelt werden.
Berthold
Christian Schinkel (02.05.1683 – 08.06. 1757)
und seine Ehefrau Sophiea Lukrezia (geb. Pöpping) aus Protzen
waren Urgroßvater
und Urgroßmutter von
Karl-Friedrich Schinkel (dem großen Baumeister) und unserem Pfarrer
Gottlieb
Wilhelm Schinkel – dem Chronikschreiber und Pfarrer zu Barsikow.
Gottlieb
Wilhelm lebte vom 05.03.1805 bis zum 31.01.1884. Er war verheiratet mit
Ida
Emilie (geb. Buchholz). Geboren wurde er als Sohn des in Barsikow
wirkenden
Pfarrers Friedrich Samuel Georg Schinkel (07.08.1761 – 28.03.1841). Der
Vater
unseres Chronikschreibers und
der Vater
des großen Baumeisters waren Cousins. Der Altersunterschied zwischen
den
Cousins war groß. Der Vater des großen Baumeisters wurde 1736, der
Vater
unseres Schinkels erst 25 Jahre später – 1761 geboren. Deshalb war der
große
Baumeister auch 24 Jahre älter als unser Gottlieb Wilhelm Schinkel. Der
Barsikower Schinkel überlebte den großen Baumeister um 43 Jahre. Das
Leben als
Pfarrer in Barsikow muss deutlich beschaulicher gewesen sein als das
Leben in
Berlin, denn Pfarrer G.W.Schinkel wurde 79 Jahre, der große Schinkel
nur 60
Jahre
alt.
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TRADITIONELLES
DORFFEST
inBARSIKOW











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