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Barsikower Olds

damals wars ...
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Neues Schloss
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von P.Kolbow

... und heute




























 

  










































































































   .: unsere dorfchronik inBarsikow - (nach barsikow pilgert man)



die dorfchronik


Wie das ganze Land Wusterhausen hat auch Barsikow mit seinen Gutsherren bis 1333 unter dem Markgrafen von Brandenburg unmittelbar gestanden. (...)
So weit bis jetzt bekannt ist, wird Barsikow zuerst genannt im Jahre 1437 in einer Urkunde, durch welche Graf Albrecht die von Wutenow in Segeletz mit zwei freien Wiesen im Barsikowschen Luch und mit der freien Hütung auf der Köhlung beleiht. Die erste genauere Nachricht gibt uns das Luchbuch, welches Graf Johann 1491 durch seinen Sekretär Mathias Hentziken aufsetzen ließ und welches die Abgaben und Leistungen der Bauern in den Ländern Ruppin und Wusterhausen verzeichnet.

In dem Landbuch des Grafen Johann "werden die Bauernhöfe von Barsikow schon genau in der selben Reihenfolge aufgeführt, welche sie im gegenwärtigen Dorfe haben. 1491 stand also das Dorf sicher schon an seiner jetzigen Stelle. Einen weiteren Anhalt bietet unsere aus roh bearbeiteten und schichtweise liegenden Feldsteinen erbaute Kirche. Die alten Dörfer waren gewöhnlich meist aus Holz, Lehm und Stroh erbaut und konnten, vom Feuer zerstört, leicht eine neue Stelle erhalten. Aber ein so fester, massiver Bau wie unsere Kirche ist sicher nicht anderswo versetzt, sondern ursprünglich an seiner jetzigen Stelle erbaut worden. Und sie ist gewiß älter als das Jahr 1491, wenn auch die Zeit ihrer Erbauung nicht mehr bestimmt werden kann.

So hat ein älteres, wendisches Dorf, von dem das spätere christliche Dorf den Namen Barsikow übernommen hat, offensichtlich an einer anderen Stelle, weiter in Richtung Rohrlakgraben, gestanden. Es ist jedoch nicht bekannt, wann die Verlegung erfolgte und das heutige Dorf ursprünglich entstand (vgl.ebenda).

Unsere Kirche ist ein alter Feldsteinbau von Ost nach West ein einfaches längliches Viereck , ursprünglich mit gotischen Spitzbögen über Fenstern und Türen und mit einem hölzernen Dachreutherturm am Westende. Sie hat an jeder Seite 3 Fenster, welche wohl von Anfang ihre jetzige Breite gehabt haben, aber hoch an den Wänden angebracht waren und lange nicht so tief, wie jetzt herunterreichen. Ein eben solches Fenster war mitten am östlichen Giebel. Eine Tür war auf der Südseite zwischen dem westlichen und mittleren und auf der Nordseite zwischen dem östlichen und mittleren Fenster, wahrscheinlich auch unter dem Turm am Westgiebel.
Die bedeutenste Veränderung ist mit dem hiesigen Kirchengebäude vorgenommen worden, als im Jahre 1743 der Turm von Grund auf massiv, oben hölzern und massiv verblendet, neu erbaut wurde. Der neue Turm mußte modern, das heißt im damaligen Stil erbaut werden, wahrscheinlich hat damals auch die Kirche ihren alten Stil verloren und den neuen annehmen müssen. An die Stelle der Spitzwölbungen sind flache Rundwölbungen über Fenster und Türen getreten und die Kirche ist mit Mörtelgesimsen und Pylastern verputzt, um die alten Feldsteine, welche zum Turme nicht passten, nicht so hervortreten zu lassen. Die alten Seitentüren wurden vermauert, die Südseite blieb ohne Tür, die Nordseite erhielt die ihrige unter dem mittleren Fenster, welches unter verkürzt wurde. Vor dieser Tür wurde ein hölzerner Vorbau, ein sogenanntes Leichenhaus als Vorhalle für die Eintretenden und zur Aufbewahrung der Bahre erbaut. Damals oder etwas später ist auch am Ostgiebel die Sakristei angebaut und Altar und Kanzel in ihrer jetzigen Gestalt hergerichtet worden. Das mittlere Fenster ist zugemauert, zu beiden Seiten wurden oben zwei kürzere Fenster angebracht, welche 1842 auch wieder vermauert sind. Die letzte Veränderung hat die Kirche 1842 erlitten, wo Stühle und Chor erneuert und anders eingerichtet wurden. Damals wurden die 6 übrig gebliebenen Fenster nach unten ausgebrochen und erhielten ihre jetzige Höhe. Der Eingang an der Nordseite nebst seinem Vorbau wurde beseitigt, die ganze Gemeinde erhielt ihren Eingang durch den Turm. Die Sakristei erhielt eine Tür von außen und statt der Endfensters zwei Seitenfenster. Der Turm hat 1874 statt der Schindeldächer, Schieferdächer erhalten und ist 1875 bis zum Dach massiv untermauert, weil das Holz unter der massiven Verblendung verfault war.

Unsere Orgel haben wir im Jahre 1851 dadurch erhalten, daß der General von Bonin, damals noch Flügeladjudant bei König Friedrich Wilhelm IV. und Schwiegersohn des Generalleutnant von Zieten hier, dazu beim König ein Geschenk von 200 Talern auswirkte, welchem die hiesigen Gutsbesitzerinnen Frau Majorin von Kriegsheim und Frau Generalin von Zieten, jede 50 Taler hinzufügten. Für diese 300 Taler ausschließlich des Anstrichs hat der Orgelbauer Lütkemüller in Wittstock die Orgel erbaut.

Die Kirche steht mitten auf der Dorfstraße und der Kirchhof, der alte Begräbnisplatz von 1856, umgibt sie, ist aber in der neuen Zeit dadurch bedeutend verkleinert worden, daß die Straßen auf beiden Seiten erweitert sind. Auf der Nordseite der Kirche liegt der Pfarrhof, auf der Südseite führt die Dorfstraße vorbei.

Barsikow und Segeletz haben von Alters her das gleiche Kirchenpatronat (...), das Cisterzienser-Nonnenkloster in Zehdenick, welches im Jahr 1170 entstanden, wahrscheinlich bald zu Reichtum kam. Sind beide Kirchen von daher gegründet ? Mit der Reformation wurden die Nonnenklöster in freie Fräuleinstifte verwandelt."
"Der dreißigjährige Krieg hat den Staat genötigt, was das Klostervermögen für seine Ausgaben anzugreifen, die Stiftsfräulein mußten während desselben manchmal über Hunger klagen. Am Ende des Krieges hat der Staat fast überall das Stiftsvermögen in seine Verwaltung und die Rechte der Stifte in seine Hand genommen. (...)
Das Klostergut von Zehdenick war nach dem Kriege landesherrliche Domäne geworden, welche nun auch das Patronatsrechte übte. So würde das Kirchenpatronat über Barsikow landesherrlich, das Kirchenbäude kam unter den Einfluß der landesherrlichen  Baumeister und des bei diesen geltenden Geschmackes. Daraus erklärt sich hier der kostspielige Turmumbau von 1743 und die damit verbundene Stylverbesserung der Kirche. Damals war das preussische Königtum noch neu, darum wurde es durch die Krone auf dem neuen Turm bezeichnet.

Im dreißigjährigen Krieg ist in Barsikow schwer heimgesucht worden.
Für die Mark Brandenburg war es ein besonderes Unglück, daß sie damals an dem Kurfürsten Georg Wilhelm (1619-1640) einen ihrer schwächsten Regenten hatte, der nicht mit Entschiedenheit Partei zu nehmen wagte und dessen Lande deshalb von beiden Parteien gemißhandelt wurden.

"Die schlimmste Verwüstung während der ganzen Kriegszeit traf das Land Ruppin und unseren Ort im Jahre 1638, der österreichische General Gallas hat durch dieselbe seinen Name hier unvergesslich gemacht.(...)
Der Kurfürst Georg Wilhelm hatte 3 Jahre vorher 1635 mit Österreich Frieden geschlossen. Sein Land war also kein Feindesland, im Gegenteil war er Österreichs Bundesgenosse und musste selbst ein Heer zu den Kaiserlichen stoßen lassen. Die vereinten Österreicher und Brandenburger kamen hier an, als der Roggen bereits eingeerntet, das Sommerkorn noch auf den Feldern war. Das Ernten hatte, sobald die Soldaten hier waren, ein Ende. In das Sommerkorn jagten die Soldaten ihre Pferde, welche abfraßen, was sie konnten und mochten und das Übrige zertraten. Die Menschen flohen vor der Mißhandlung der Soldaten und drängten sich in die Städte zusammen und unter den hier Hungernden und Obdachlosen brach die Pest in verheerender Weise aus. Das vereinigte Gallasche und Brandenburgische Korps war mit der Verwüstung des Landes im Oktober fertig und fand hier ferner keine Nahrung. Es mußte nicht vor dem Feinde, sondern vor der selbst angerichteten Verwüstung sich zurückziehen und steckte bei seinem Abzuge sämtliche Städte und Dörfer in Brand. Das taten nicht bloß österreichische Bundesgenossen, sondern die Soldaten unseres Landesherrn im eigenen Lande, gewiß bezeichnend für das Elend der Zeit."

"Der große Kurfürst war, als er 1640 zur Regierung kam, nicht so gleich im Stande sein Land vor Verwüstungen des Krieges zu schützen. Ruppin wurde noch wiederholt von den feindlichen Schweden eingenommen und besetzt."

Durch den Krieg waren auch die Rittergüter von Barsikow verwüstet und ihre alten Besitzer, die von Mesenberg, von Gühlen und von Brunn waren zugrunde gegangen. Durch Vererbungen und Verkäufe gelangten die Güter schließlich in den Besitz der Familien von Zieten und von Kriegsheim.

Soweit berichtet die Dorfchronik von 1882.  (Quelle: Aus der Dorfchronik des Pfarrers G.W.Schinkel von 1882)  

Weitere Informationen findet man auf den Internetseiten

 www.Kirchenkreis-Kyritz-Wusterhausen.de   ---   www.Kirche-Wusterhausen.de
 
http://wiki-de.genealogy.net/Barsikow
kurzinformationen zu Barsikow
 
Die  Landschaft um Barsikow ist durchgängig eine alte Kulturlandschaft. Siedler, Bauern usw. haben über die Jahrhunderte diese Landschaft zu dem heutigen Bild geformt. Die Weite entsteht durch großflächige Äcker und Wiesen. Eingestreut sind kleine Wäldchen, Baumgruppen und Windschutzstreifen, die allesamt von Menschen gepflanzt und auch genutzt werden. Pilgerweg Der Weg zwischen Garz und Barsikow gilt im Dorf als Heerstraße.  Die alten Bäume und der ständige gerade Blick auf den Kirchturm von Basikow  lassen dies vermuten. Bislang konnte dies nicht bewiesen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Pilger diese Trasse nutzten ist hoch. Ein Teil des Weges wurde in den 80iger Jahren umgeackert, um großflächige Ackerfläche zu schaffen. Am heutigen Ende des geraden Weges zur Kirche gab es bis 1904 mehrere Häuser, die „Weißes Ross“ genannt wurde. Im Dorf wird erzählt, dass es dort eine „Ausspanne“ für Pferde gegeben haben soll. Nachforschungen bestätigen dies bislang nicht. Am Ortseingang von Barsikow biegt der ausgeschilderte Pilgerweg ab. Der tatsächliche und ursprüngliche Weg  lies sich nicht mehr ermitteln. Die heutige als Pilgerweg gekennzeichnete Wegstrecke von Barsikow nach Metzelthin ist willkürlich gewählt, um Pilgern auf „wilden“ Wegen die Landschaft und Ruhe nahe zu bringen. Ab Metzelthin decken sich Pilgerweg und Poststraße bis nach Wusterhausen. Barsikower Geschichte Die Chronik gibt über die genaue Entstehung keine Auskunft. Nach Lage und  Schnitt des Dorfes sowie der Lage der Feldsteinkirche  ist das Dorf durch Deutsche besiedelt worden, die den Namen des an anderer Stelle stehenden Wendendorfes übernahmen. Der Lokator muss ein Adliger gewesen sein, denn es entstanden drei Rittergüter, die später zu einem Rittergut unter dem 1945 enteigneten Major von Kriegsheim zu einem Gut vereint wurden. Die Blütezeit des Gutes und des Dorfes lag um 1900 und in der DDR-Zeit. Große stattliche Bauerhöfe gab es in Barsikow nicht. Das Gut dominierte. Die Guts-Tradition wurde zu DDR-Zeit durch das Volksgut Barsikow und die LPG fortgesetzt.  Mit der Wende gab es einen totalen Zusammenbruch des örtlichen landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes. Daran leidet das Dorf noch heute. Die Bevölkerung schrumpfte von 350 Personen auf jetzt 200. Barsikower Sehenswürigkeiten Größte Sehenswürdigkeit ist die Feldsteinkirche mit Barockem Putzturm. Der Turm ist Ausdruck der Macht des Königs als Kirchenpatron.  Wie der preußische König als Oberster Kirchenvater und Patron sein Land als absolutistischer Herrscher auch über die Kirchen lenkte, wäre am Beispiel der königlichen Patronatskirche Barsikow gut darstellbar. Bislang fand sich keine Hochschule / Universität, die diese interessante Thematik aufgriff.   Eine Seltenheit stellen beiden Postsäulen am ehemaligen Eingang zum Neuen Schloß dar. Es gibt im Dorf mehrere Halbmeilensteine. Wünschenswert wäre, Postsäulen und Halbmeilensteine als „Meilen-Park“ zu gestalten. Es gibt zwei Schlösser im Dorf. Das neue Schloß und das Ziethen-Schloß. Sie sind eher solide Gutsherrenhäuser in Brandenburger Art. Beide sind privatisiert. Berühmte Persönlichkeiten Es gab Vater und Sohn Schinkel, die beide in Barsikow Pfarrer waren. Sie waren mit dem berühmten Baumeister Schinkel verwandt. Die Väter Schinkel waren Cousins, die Söhne Schinkel Groß-Cousins. Friedrich der II fuhr durch Barsikow. Fontane berichtete darüber.  

pilgerwegkarte - abschnitt garz - wusterhausen                     

Pilgerwegkarte Garz-Wusterhausen

 sehenswuerdigkeiten   
                            
Nr. Ort Sehenswürdigkeiten
 1 Nackel   Kirche
Gutshaus(privat), Park – öffentlich zugänglich
Gaststätte und Pension „Birkenhof“ Tel:033978 50444
Fleischerei Lelke, Imbiß möglich, Montag geschlossen .
 Tel: 033978 50429
www.nackel.de
2 Vichel   Backstein-Kreuzkirche von 1867
Gutshaus Vichel  jeden 1. Sonntag im Monat Kaffee geöffnet von 14:00 – 18:00 Uhr
Lebenswert – Wein und Mehr – Ferienwohnungen Peter Masloch, Dorfstr. 11 Tel: 033928 90710, www.lebenswert-wein-und-mehr.de
Archehof Schindel, Tel: 033928 71191, www.archehof-vichel.de
März-Dez. am Wochenende von 11-17:00 Uhr Hofladen
Keimzelle – Öko-Saatgut alter Kulturpflanzen, Eve Bubenik, Dorfstr. 20
Holzkopf: Holzkunst und Möbelskulpturen, Winni Brand, Dorfstr. 20,  Tel: 01520 4542040
3 Rohrlack   Kirche, Backsteinbau, Schlüssel bei Hans-Joachim Schulz: 033928 70423
Sternhof Rohrlack, Arbeitsstätte für behindert junge Menschen
Demeter Kräutergärtnerei Tel: 033928 71222 www.werkgemeinschaft-bb.de
Gestüt und Pension Lindenhof, Martin und Siegfried Dörge, Barsikower Weg 6, Tel: 033928 70389, www.pension-gestuet-lindenhof.de, Hofladen Wellnessprodukte aus Stutenmilch
Bäckerein Vollkern, Volker Apitz, Lindenhof 2, Mo-Fr 8-18:00 Sa: 8-11 Uhr Tel: 033928 71133, www.baeckerei-vollkern.de  
4 Läsikow   Kirche, 1867 mit Glocken aus dem 13. Jahrhundert
Auf wendischen Ursprung zurückgehendes Runddorf mit staatlichen Bauernhäusern
www.läsikow.de
5 Bückwitz   Backsteinkirche von 1880
Bademöglichkeit mit Rastplatz am Bückwitzer See
Naturschutzgebiet Bückwitzer See
6 Kampehl   Kirche, Mitte 13. Jahrhundert errichtet mit Anbau, in dem die Mumie des Ritter Kahlebutz aufgebahrt liegt.
Tel: 033970 13265 www.kalebuz.de April-Juni u.Sept.-Okt täglich 10-12 + 13-16:00 Uhr, Juli,Aug. täglich 10-12 + 13-17:00 Uhr
Museum-DDR-Erinnerungen, Kampehl 35, 16845 Neustadt(Dosse), Tel: 0175 3808054 Ernst Felix Rutsch
www.toepferhof-kampehl.de Mai-Okt: täglich 10-18:00 Uhr
Nov.-April, Sa, So. 10-16:00 Uhr  
7 Neustadt/Dosse   Ev.Kreuzkirche: 1673-1696 die neue von Anton Reinhardt als Zentralkirche in Form eines griechischen Kreuzes errichtet
Die ev. Kirche im OT Köritz stammt aus den Jahren 1741/42.
Katholische Kirche (Kuratie Heriz-Jesu) und das Kloster der Ursulinen
Gutshaus Spiegelberg (um 1700) mit Park
Sitz des Brandenburgischen Haupt- und Landgestütes mit den Gebäuden aus den Jahren 1787-91
Museum Gaswerk, Havelberger Str. 25
Museum Kutschmuseum 033970 13883 Mo-Fr. 9-17 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr
Haltpunkt der Regionalbahn-Strecken RE4 (Ludwigsfelde-Wismar) und Neustadt/Dosse-Pritzwalk
Neustadt – Stadt der Pferde siehe Internetseite: www.neustadt-dosse.de
Filmtierschule Hasch, Sieversdorf Mai-Okt. So Vorstellung: 13:30
Tel. 033970 50828
Museum Papierfabrik Hohenofen: s. www.patent-papierfabrik.de
Mai-Okt. Sa,So 15 u. 16 Uhr Tel: 033970 51670 o. 033973 808928
Mail: post@patent-papierfabrik.de
In Neustadt alle gängigen Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer
Bahnhofsnähe
Hinweis: Barsikow, Nackel, Läsikow, Segeletz, Bückwitz und Ganzer liegen im Naturpark Westhavelland


unterkünfte

PILGERUNTERKÜNFTE in unserer Dorfkirche - WC & Dusche inklusive Anmeldung : Fam. Grützmacher, Parkweg 6, 16845 BARSIKOW, Tel.: 033978 70938
eMail: pilgerunterkunft@inbarsikow.de
Ferienhaus Alte Schäferei, Uli und Tine Klingler, Alte Schäferei, 16845 Garz, Tel. 033928 71008, Handy. 0173 9295750, E-mail: Martina.Klingler@t-online.de
Übernachtung ganzjährig ab 35 Euro

Lindenhof, Barbara und Siegfried Dörge, Barsikower Weg 6, 16845 Rohrlack, Tel. 033928 70399 u. 389, Fax: 033928 71138, Handy. 0174 1415535
 www.pension-gestuet-lindenhof.de
Archehof Vichel
Steffen Schindel, Dorfstraße 20 16845 Vichel, Tel: 033928 71191 Fax: 033928 71190
info@archehof-vichel.de     -     www.archehof-vichel.de
Ferienwohnung Peter Masloch, Dorfstr. 11, 16845 Vichel, Tel: 033928 90710
www.lebenswert-wein-undmehr.de
zwei Ferienwohnungen Aufbettung möglich
Gartenhaus Fam. Adrian
Frank Adrian, Garzer Weg 2, 16845 Läsikow, Tel. 033978 50354
3 Betten (bis 20 Euro)
Pension Birkenhof
Renate Lock, 16845 Nackel, Segeletzer Straße 2 Tel: 033978 50444
4 Betten 20 Euro mit Frühstück, Aufbettung möglich
Barbara Linke, Dorfstraße 25, 16845 Barsikow, 2 Betten,
Frühstück möglich (bis 15 Euro),
Tel: 033978 70876 Handy: 0172 91 748 75 barbara.linke@t-online.de
Parkhotel St Georg, Neustadt, 033970 97-0 ,
Bis 94 Euro
www.park-hotel-neustadt.de

Hotel „Preußenschenke“ in Neustadt und Kampehl
033970 50650, 033973 52274, Einzel 42 Euro, Doppel: 58 Euro
Pension”Deutsches Haus”, Wusterhausen, 033979 50457, Bis 30 Euro
Hotel „Seeidylle“, Wusterhausen, 033979 8710, Über 30 Euro
Pension Parcour, Neustadt 033970 51 455,
eMail: arcour@aol.com   -   www.urlaub-anbieter.com/parcour.htm
Dr. Regine Beythien, Neustadt Ferienhäuser,
033970 51919, 0173 7012701
info@neu-amerika.de  -   www.neu-amerika.de
Hotel am Untersee in Bantikow
www.hotel-am-untersee.de

stationen des pilgerweges
 
„Weißes Roß“
Die erste Separation behufs der Ausscheidung der Rittergüter, geschah 1774-1782, die zweite in den Jahren 1809-1822, die dritte 1839. Durch die letzte sind alle Grundbesitze spezielle separiert.
Nach der Separation von 1822 bauten sich auf dem Felde an der Stelle wo der Weg nach Garz den Ganzerschen Luchweg durchschneidet. Es sind gegenwärtig 3 Häuser. Das Etablissiment hat noch keinen bestimmten Namen. Es wird der Berg, der Plan, das weiße Roß, der kranke Esel  usw genannt. Nach derselben Separation von 1822 ward auf dem Schwarzenberg eine Windmühle nebst Müllerwohnung erbaut.
Quelle : Johannes Schluze 7. Umfrage
Entnommen : Landeshauptarchiv Stadt und Grafschaft Ruppin Nr. 6

Im Frühjahr 1904 gab der Bauer Friedrich Görs auf dem „Plan“ (Barsikow-Ausbau) seine Wirtschaft auf. Adolf von Kriegsheim erwarb die ganze Wirtschaft einschließlich Ländereien. Er kaufte ferner alle übrigen Baulichkeiten und Gärten des „Planes“, nämlich die Stellen des Büdners Wilhelm Rehfeld, der Arbeiter Schwindt, Kose, Szyttnick und des Maurers August Rehfeld auf. Sämtliche Gebäude wurden abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht, so dass jetzt der Pflug darüber hinweg geht.
Entnommen : aus Nachfolgechronik Barsikow s. 11: E28

   
die organisation der märkischen dörfer

(... mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr.Ruth Maria Hirschberg, Juni 2001)    www.brandenburg1260.de

Dorfgründung
Die Mark wurde seit ca. 1220 schnell und rational besiedelt, wobei ältere Siedlungen einer Art Landesplanung zum Opfer gefallen sind oder die neuen Dörfer, die auf besseren Böden lagen, soviel Anziehungskraft ausübten, daß die älteren Orte mit ihren Sandböden aufgegeben wurden. Träger der Siedlung waren die Markgrafen, Adlige, die auf eigene Rechnung unter den Markgrafen Dörfer anlegten oder sich bäuerlicher Lokatoren (s. u.) bedienten, und die Kirche (Domstifter, Stifter, Klöster – vor allem Zisterzisienser, aber auch Prämonstratenser sowie Templer und Johanniter). Die Zahl der unter askanischer Herrschaft und der wenigen, vorerst weitgehend unabhängigen Adligen (Grafen von Lindow-Ruppin, Edelherren Gans zu Putlitz, v. Friesack, v. Wedel) angelegten Dörfer belief sich auf ca. 2500, wobei zwischen 1134 und 1320 etwa 200.000 Menschen in Städten und Dörfern an- bzw. umgesetzt wurden, davon schätzungsweise ein Drittel slawischer Herkunft.
Die jeweiligen Grundherren beauftragten in der Regel einen "Lokator" mit der Dorfgründung (allerdings ist im Gegensatz zu den Städten für märkische Dörfer allein für Rixdorf und auch erst spät aus dem Jahre 1360 eine Lokationsurkunde erhalten geblieben). Die Dorfgründungsstätte wurde im Hinblick auf Wasser, Weide, Acker und Straßennähe bestimmt. Reihen von Dörfern an wichtigen Handelsstraßen (z. B. Berlin-Oderberg) sind auch heute noch erkennbar.
Lokatoren
Der Lokator sorgte zunächst für die Anwerbung von Bauern und überwachte dann den Aufbau der Höfe und die Verteilung des Landes. Die Höfe und die Hausstellen besetzte er mit sechs bis zwanzig Bauern, mit Kossäten (s. u.) und einem Pfarrer. Als Ausgleich für seine Arbeit erhielt der Lokator Sonderrechte und einen abgabefreien oder zumindest weniger stark belasteten Hof im neu gegründeten Dorf. Gehörte der Lokator zum Adel, so wurde er vom Landesherren zu Vasallendiensten verpflichtet, d. h. er mußte in Kriegszeiten Heeresfolge leisten. War er aus dem Bauernstande hervorgegangen, erhielt er das Amt des Dorfschulzen (s. u.). Eine Zwischenform war der sogenannte Lehnsschulze, der als Nicht-Adliger seinen Hof und seine Vergünstigungen vom Landesherren erhielt und diesem dadurch ebenfalls als Vasall verpflichtet war.
Hüfner
Im Bereich des Teltow und Barnim lebten die freien Bauern (Hüfner) eines Dorfes in einer Genossenschaft und betrieben Dreifelderwirtschaft. Alle Bauern zusammen besaßen die sogenannte Allmende, d. h. Anrechte an Waldgebieten, evtl. vorhandenen Weiden sowie Wassergebieten des Dorfes. Dreifelderwirtschaft bedeutete, daß im jährlichen Wechsel zwei der drei Gewanne mit Sommer- und Wintergetreide bestellt wurden, während das dritte brach lag und dem Vieh zur Weide diente. Jedes der Gewanne war in so viele Streifen geteilt, wie es im Dorf Hufen gab: besaß ein Bauer zwei Hufen, was die Regel zu sein schien, so verfügte er über zwei Streifen im Gewann. Im Teltow und Barnim hatten die meisten Dörfer zwischen 40 und 70 Hufen.
Abgaben
Bei der Ansiedlung erhielten die Bauern ihr Land nicht als freies Eigen, sondern als ein Gut, das vom Grundherrn zu Erbzinsrecht vergeben wurde. Dadurch befanden sich Hof und Hufe im erblichen, aber nicht teilbaren Besitz des Bauern. Dafür waren dem Grundherrn von der Hufe der Grundzins zu entrichten (dieser variierte anscheinend je nach der Güte der Bodenverhältnisse, betrug aber meist 2 Schillinge, also 24 Pfenninge), ferner der ursprünglich von den Markgrafen in Anspruch genommene kirchliche Zehnt (nach dem Merseburger Zehntvertrag von 1237 blieben die neu erschlossenen Gebiete entgegen der markgräflichen Bemühungen zwar dem Bistum Brandenburg zugehörig, die Markgrafen erhielten jedoch den Nießbrauch für den Kirchenzehnt und ein Vorschlagsrecht für Propsteistellen), der in der Regel in eine jährlich dem Grundherrn zu leistende Pachtabgabe verwandelt wurde (meist in Form unterschiedlichster Naturalabgaben). Schließlich mußte als allgemeine Landessteuer die Bede entrichtet werden. Als besonderen Anreiz zur Ansiedlung in der Mark versprachen die Grundherren bzw. die Lokatoren den Siedlern sogenannte Frei-, also abgabefreie Jahre (in der Regel sieben). Die Hufenbauern waren persönlich frei und nicht zu Fronarbeit auf grundherrlichen Eigenwirtschaften verpflichtet, was einerseits ein starker Anreiz für die Ansiedlung in der Mark war, aber auch zur Folge hatte, daß die Hufenbauern Dörfer mit wenig ertragreichen Böden wieder verließen und sich andernorts niederließen (dies führte zur sogenannten "Wanderung" von Ortsnamen – auch heute noch finden sich viele Dörfer gleichen Namens in ganz verschiedenen Regionen des Landes Brandenburg).
Landwirtschaftliche Produktion
In den Dörfern des Teltow wurde die Pacht im allgemeinen in Form von Getreide entrichtet, vor allem in Roggen, aber auch Hafer und Gerste. Die Getreideproduktion mußte dementsprechend den Eigenbedarf des Bauern decken, für das nächste Saatgut reichen und die Naturalrente an den Grundherren erbringen. Zusätzlich wurde auch für die großen Städte Berlin, Cölln und Spandau sowie die Mark Getreide erwirtschaftet, denn die Mark Brandenburg war Teil des großen hansischen Wirtschaftraumes, über den diese ihr Getreide nach Westeuropa exportierte. In der Mark gab es zwar viele, aber nur kleine Ritterhöfe (s.u.), die nicht alleine die Marktproduktion erwirtschaften konnten. Da Bede und Zins fast immer in Geld zu entrichten waren, ist anzunehmen, daß die Bauern Getreide verkauften, um Geld zu erhalten, und sich so an der märkischen Getreideproduktion beteiligten. Daß die märkische Wirtschaft auf die Getreideproduktion fixiert war, läßt sich auch aus der großen Anzahl der Wasser- bzw. Windmühlen erschließen. Es herrschte Mahl- oder Mühlenzwang, d. h. die Einwohner eines oder mehrere Dörfer mußten ihr Getreide in bestimmten Mühlen zu mahlen. Ursprünglich hatten die Markgrafen das Recht, den Mühlenzwang zu verleihen, und er sollte die hohen Kosten decken, die Bau und Unterhalt von Mühlen verursachten, die im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert technisch sehr aufwendige Anlagen darstellten.
Als Sonderform der Agrarproduktion ist die Zeidelei (Imkerei) zu sehen. Nach alten Unterlagen mußten bestimmte heiden- bzw. waldreiche Gebiete in Teltow und Barnim pro Jahr bis zu 3 Tonnen Honig im Wert von 80 Groschen liefern. Honig war als wichtiges Süßmittel sehr wertvoll. Auch der Rebenanbau und die Weinproduktion muß lokal erfolgreich gewesen sein, doch fehlen dafür für die Zeit vor 1500 schriftliche Nachweise.
Der Fischfang besaß in den slawischen Siedlungen und Herrschaftssitzen einen erheblichen Anteil an der Nahrungsmittelproduktion und war deshalb gut entwickelt. Im Laufe der deutschen Besiedlung wurden dann die slawischen Fischer häufig in der Nähe von Burgen und Städten in gesonderten Bereichen angesiedelt, den sogenannten Kietzen. Diese waren den Burg- bzw. dem Landesherren direkt unterstellt und besaßen keine Stadtbürgerrechte. Ihrem Herrn waren sie zu Abgaben sowie zu Hand- und Erntediensten verpflichtet. Häufig gab es einen eigenen Kietzschulzen.
Kossäten
Neben den freien Hufenbauern lebten in den märkischen Dörfern die sogenannten Kossäten. Diese besaßen ein Häuschen mit Gartenland, evtl. auch mit Anteil an den Beiländern (Kostenwörden), aber keinem Anrecht an der Allmende, die nur von den Hufenbauern genutzt wurde. Nur in seltenen Fällen sind die Kossäten als die an den Dorfenden ansässigen Reste der slawischen Bevölkerung anzusehen. Die Kossäten mußten entsprechend ihrer geringen Wirtschaftskraft nur geringe Abgaben leisten, beispielsweise etwas Geld und ein Huhn. In manchen Dörfern hatten sie den Hüfnern die Abgaben und Dienste zu leisten. Im Unterschied zu anderen Regionen Deutschlands finden sich in der Mark archäologische Nachweise für Kossätenhäuschen erst ab der Zeit um 1230. Die Kossäten waren meist als Landarbeiter tätig, z. T. aber auch als Dorfhandwerker (Krüger, Hufschmied, Hirt). Ein Teil der Kossäten war slawischer Abkunft, besonders in den Dörfern, die in alten slawischen Siedlungsgebieten lagen. Vor allem dort, wo ritterliche Eigenwirtschaften (s. u.) eine Rolle spielten, häuften sich die Kossätenstellen, außerdem wurden Kossäten auch zur Bestellung von Pfarr- und Schulzenhufen herangezogen.
Weitere Dorfbewohner
Daneben gab es auch Gesinde und Tagelöhner, die bei den Dienstherren lebten. Die Dorfhandwerker, vor allem Hirten, Schmied und Stellmacher übten wichtige Tätigkeiten für das dörfliche Alltagsleben aus, doch ist wenig über ihre Lebensumstände bekannt. Man geht jedoch davon aus, daß eigenständige Handwerker im 13. Jahrhundert eher selten waren und daß sie sich - wenn überhaupt - in erster Linie in solchen Dörfern ansiedelten, die Sitz eines Adligen waren. Ihre Behausungen und Werkstätten standen häufig auf dem Dorfanger und galten als Gemeinschaftseinrichtungen. In der Regel wurden jedoch handwerkliche Tätigkeiten von den Bauern selbst im Rahmen des Hauswerks erledigt.
In fast jedem Dorf gab es einen Krug (Dorfschänke), der vom Krüger bewirtschaftet wurde. Er durfte selbst brauen und Bier ausschenken, evtl. übernahm er auch schon die Aufgaben eines Dorfkrämers. Die Krugzinsen (häufig in Form von Pfeffer) gingen an den Grundherren, den Schulzen oder den Pfarrer.
Der Dorfpfarrer verfügte in der Regel über 2 bis 4 Hufen Land. Dazu kamen die Einnahmen aus seinem geistlichen Amt und verschiedenen Abgaben, die ihm zustehen konnten. Die Dorfkirche stand häufig auf dem Dorfanger oder seitlich auf dem höchsten Punkt des Dorfes. Im 12. Jh waren es noch hauptsächlich Feldsteinbauten, im 13. Jahrhundert wurden dann schon Backsteinkirchen erbaut (die Techniken zur Herstellung von Ziegelsteinen kamen mit den niederländischen Siedlern in die Mark).
Der Dorfschulze (s.o.) wurde mit dem Schulzengut, einem Hof und 2 bis 4 Hufen, belehnt, an welches das Amt geknüpft war, manchmal auch mit der Schankgerechtigkeit. Im Gegenzug mußte der Schulze seinem Lehensherren, in der Regel also dem Markgrafen, ein Lehenspferd für Boten- und Kriegsdienste stellen. Der Schulze versah das Amt des Dorfrichters und erhielt dafür das sogenannte Richterdrittel. Er sprach das Urteil, das die Schöffen gefällt hatten, welche wiederum aus dem Kreis der Hufenbauern gewählt wurden. Das Dorfgericht verhandelte Bagatelldelikte wie leichte Körperverletzungen, Diebstähle und Übertretungen der Feldordnung. Als Beauftragter des Grundherren mußte der Schulze für die pünktliche Ablieferung der bäuerlichen Geld- und Naturalabgaben sorgen. Er regelte außerdem den Beginn der Felderbestellung und der Ernte sowie den Auftrieb des Viehs auf die Weiden und Stoppelfelder.
Adlige, Ritter und Ministerialen
Weitere Dorfbewohner mit besonderen Rechten konnten Adlige (als Grundherren) bzw. Ritter sein. Auch diesbezüglich zeigt die Mark Brandenburg im 13. Jh besondere Verhältnisse. Um gewisse Begriffsverwirrungen zu vermeiden, sei hier darauf verwiesen, daß Ritter adelig oder nicht-adelig sein konnten, da die Bezeichnung Ritter keinen Stand im eigentlichen Sinne, sondern eine Aufgabe als Lehnsmann, nämlich Verpflichtung zum Kriegsdienst bedeutete. Die (weltlichen und kirchlichen) Fürsten setzten sogenannte Ministerialen (Dienstmannen) ein, um Verwaltungs- und andere Aufgaben für sie zu übernehmen. Diese Ministerialen wurden häufig mit Besitz belehnt und waren ihren Herren zum Kriegsdienst verpflichtet – also Ritter. Um 1200 war dann im Reich die Ministerialität, also die Dienstmänner ohne eigene Güter, mit den ehemals bevorrechteten Edelfreien (Adlige, im Besitz von Eigengütern, den sogenannten Alloden) zum Ritterstand verschmolzen. Die Eroberung und Kolonisierung der Mark wurde von diesem Prozeß überlagert. Entscheidend dabei war, daß es den askanischen Markgrafen gelungen war, Amtsrechte zu allodialisieren, so daß der gesamte Grundbesitz - ausgenommen waren hier die bischöflichen Hochstifte - als markgräfliche Lehen vergeben wurde, für die Nobiles wie für die Ministerialität. Das Recht, Burgen zu bauen – ursprünglich ein königliches Recht – war im Laufe der Zeit auf die Feudalherren übergegangen. Anfang des 13. Jahrhundert verzichtete Kaiser Friedrich II auf die Gerichtsbarkeit und die Befestigungshoheit in den markgräflichen Territorien. In Brandenburg verlor der vom König bestellte Burggraf aus dem Geschlecht der Edlen von Jabelincze nach der Wiedereroberung der Mark im Jahre 1157 seine Macht und wurde zu Beginn des 13. Jahrhundert von den Markgrafen verdrängt. Die askanischen Markgrafen setzten nun ihrerseits das angeeignete Recht zum Burgenbau gegenüber dem Adel durch.
Die slawische Oberschicht (Adel) war in der Mittelmark – anders als in Mecklenburg und Pommern - in den innerslawischen Auseinandersetzungen im 12. Jahrhundert sowie den Kämpfen während der askanischen Herrschaftsübernahme verschwunden. Die neue Oberschicht kam vornehmlich aus dem Mittelelb-Raum, und nicht wenige unter ihnen waren aus der magdeburgischen Ministerialität in brandenburgische Dienste übergetreten. In der Mehrzahl der Fälle blieben die Gründungstätigkeiten und damit auch die grundherrlichen Rechte der einzelnen Adelsfamilien jedoch auf nur ein Dorf beschränkt, allerdings gewannen einzelne Familien im 13. Jahrhundert noch größere Besitzungen jenseits der Oder und in Pommern dazu.
Aus den genannten Gründen wird ersichtlich, daß Landadelige– sofern sie keine Befestigung oder Burg vom Markgrafen als Lehen erhalten hatten – Ihren Sitz in ihrem eigenen Allodialgut bzw. in einem der Dörfer hatten, die sie (vom Markgrafen oder der Kirche) als Lehen erhalten hatten.. Dabei handelte es sich dann meist um besonders ausgebaute und durch kleine Wälle oder Wohntürme befestigte Güter mit 4 bis 6 Hufen, die üblicherweise in Holz-Erde-Bauweise errichtet wurden. Entsprechende Höfe erhielten - wie bereits erwähnt- auch die ursprünglich nicht-adeligen Lokatoren und Ministerialen, die als Lehnsschulzen bzw. Lehensmänner ihrem Grundherren zum Kriegsdienst verpflichtet und damit Ritter waren. Anfänglich besaßen diese Ritter 4 bis 6 abgabefreie Hufen in einem Dorf, die im Gemenge mit den Bauernhufen lagen und dem Flurzwang, d. h. der gemeinschaftlichen Regelung der Aussaat und Ernte, unterworfen waren. Die Mehrzahl der Ritterhöfe blieb ohne eigene Befestigung. Erst im 15. Jahrhundert wurden aus diesen ländlichen Adels- bzw. Ritterhöfen dann die in der Mark so häufigen Gutsschlösser und Rittergüter.
Rolle der Kirche in der Dorfentwicklung
Die Kirche, vor allem die Bischöfe und Domkapitel von Brandenburg und Havelberg, war an Siedlung und Landesausbau beteiligt - im Hinblick auf die kirchliche Versorgung der Bevölkerung und auf die ihr dafür zustehenden Abgaben (Kirchenzehnt) liegt das nahe. Bischöfe und Domkapitel standen dabei teilweise in scharfer Konkurrenz mit dem Markgrafen und den anderen Siedelherren. Die Siedlungsleistung der Orden ist unterschiedlich zu bewerten. Klöster und Stifte wurden überwiegend auf askanischem Schenkungsgut errichtet. An der Spitze standen die Zisterzienser mit 19 Niederlassungen. Allerdings haben Zisterzienser und Prämonstratenser nur in geringem Umfange Siedlungen begründet. Ihre Bedeutung für die Mark lag mehr auf dem wirtschaftlichen Vorbild, das sie auf ihren Höfen, den sogenannten Grangien, gegeben haben. Der Templer- und der Johanniterorden haben dagegen erheblich zur Besiedelung der Mark beigetragen (siehe Artikel: Die Balley Brandenburg ).
Ausblick auf die Entwicklung im 14. und 15. Jh
Wie erläutert, lagen im ausgehenden 12. und im13. Jahrhundert die Rechte an den märkischen Dörfern fast ausschließlich in der Hand der markgräflichen Familie – was im Vergleich zu anderen Gebieten des mittelalterlichen Deutschlands durchaus ungewöhnlich war. Der aus den unterschiedlichsten Gründen steigende Geldbedarf der Markgrafen führte dann jedoch zur Veräußerung von Rechten und Einkünften an Ritterschaft, geistliche Institutionen (Kirchenfürsten, Klöster etc.) und später auch an reiche Bürger, so daß im 14. Jahrhundert aus der Mark ein Feudalstaat par Excellence wurde, in welchem sich eine Vielzahl von Herrschaftsträgern zwischen die Markgrafen und die Hufenbauern geschoben hatten. Viele Dörfer kamen so unter die Herrschaft mehrerer Herren gleichzeitig, die ihre Recht über den Schulzen wahrnahmen und die Einnahmen aus Gerichtsfällen und den fälligen Abgaben erhielten. Im Laufe dieser Entwicklung entstanden und vergrößerten sich auch die märkischen Rittergüter. Außerdem konnten sich die märkischen Adeligen nach dem Aussterben der askanischen Linie (1320) das Recht zurückerobern, eigene Burgen zu besitzen. Durch die sogenannte Agrarkrise (Preisverfall von Agrargütern aufgrund von Bevölkerungsrückgang und sinkender Nachfrage) verloren die Hufenbauern in vielen märkischen Regionen im 14. und 15. Jahrhundert ihre Freiheiten und wurden ebenso wie die Kossäten vermehrt zu Frondiensten verpflichtet
 
Literatur: ·   Edelmann... Bürger, Bauer, Bettelmann - Berlin im Mittelalter. Adriaan von Müller. Hauder & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1979 ·   Bürger, Bauer, Edelmann – Berlin im Mittelalter. Ausstellungskatalog. Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 1987 ·  Bürger, Bauer, Edelmann – Berlin im Mittelalter. Unterrichtsmaterialien für Lehrer. Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin. Pädagogischer Dienst SMPK, 1987 ·   Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 10: Berlin und Brandenburg. Hrsg: Gerd Heinrich. 3. überarb. u. erg. Auflage, Kröner Verlag, Stuttgart, 1995 Preußische Geschichte. Band 1: Geschichte der Mark Brandenburg im Mittelalter. Hermann Brosien. Freytag Verlag, Leipzig, 1887
  • Die Dörfer in Berlin. Hans-Jürgen Rach. Verlag für Bauwesen, Berlin, 1988
  • Die Mark Brandenburg. Heft 7: Burgen und Veste in der Mark Brandenburg. Lucie Großer Verlag, Berlin, 1992
  • Berlin im Mittelalter. Die Entstehung der mittelalterlichen Stadt. Heinz Seyer. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1987
  • Die Mark Brandenburg. Heft 33: Steinreiche Mark – Mittelalterliche Feldsteinbauten. Lucie Großer Berlag, Berlin, 1999/II  

siedlungsgeschichte

In den reichsnahen ehemaligen Marken und dem südlichen Ostseeraum wurde die wendische Vorbevölkerung bis auf wenige Enklaven assimiliert.
Die Siedlungsbewegung nahm ihren Anfang im 9. Jahrhundert und erlebte ihren Höhepunkt an der Wende zum 14. Jahrhundert. Mitte des 14. Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung u. a. in Folge der großen Pestepidemien jener Zeit ab
 
Bäuerlicher Landesausbau
Die mittelalterliche westeuropäische Landwirtschaft hatte einige Neuerungen erfahren, die im Zuge der Ostsiedlung auch im Osten eingeführt wurden. Hauptsächlich handelte es sich um Fortschritte in der Fruchtfolge, neue Geräte wie den eisernen Pflug mit Streichbrett, und Methoden zum Aufwerten oder Gewinnen neuen Ackerlandes wie Meliorations- und Deichbautechniken. Diese Neuerungen und die Masse der Siedler veränderten die Geographie des Landes nachhaltig.
Die Wendenstämme lebten zumeist in Siedlungskammern, die gewöhnlich an Flussläufen ausgerichtet und von großen unbesiedelten Wald- und Sumpfgebieten umschlossen waren, welche die einzelnen Stämme und Teilstämme voneinander trennten. Während der Ostsiedlung wurde ein Großteil diese Wälder und Sümpfe durch Rodung und Melioration in Ackerland umgewandelt. (Einige Jahrhunderte später wurden ähnlich der mittelalterlichen Ostsiedlung unter den Preußen viele der restlichen Sumpfgebiete trockengelegt und mit Kolonisten besetzt, Preußen initiierte auch Aufforstungen, da durch die mittelalterlichen Rodungen kaum Waldgebiete übrig geblieben waren.
Die von den Wenden bereits landwirtschaftlich genutzten Gebiete wurden. aufgesiedelt und die landwirtschaftlichen Neuerungen hielten auch dort Einzug.
Die Deutschen führten die Hufenverfassung zur Einteilung und (z. B. steuerlichen) Bewertung des Landes ein. Eine Hufe war als Maß für die ausreichende Ernährung einer Wirtschaft gedacht und umfasste je nach Region 25 bis 40 ha. Dies führte zur Einführung neuer Dorftypen wie beispielsweise dem Hagenhufendorf, das die Häuser mit ihren dahinter liegenden Hufen entlang einer Hauptstraße aufreihte. Teilweise wurden aber auch wendische Dorfformen adaptiert, so dass es zu einer Vielzahl unterschiedlicher Dorftypen im Siedlungsgebiet kam.
Die Deutschen führten auch ein anderes Steuersystem ein. Während der wendischen Zehnt als Fixsteuer nach der Dorfgröße festgelegt wurde, hing der deutsche Zehnt von der tatsächlichen Ernte ab. Dies führte, trotz der anfänglich zu Anwerbezwecken gewährten Privilegien und Steuernachlässe, zu höheren Steuereinnahmen der Landesherren von den Siedlern.
Die Siedler wurden mit Land und Privilegien geworben. Ansiedlungen wurden gewöhnlich von Lokatoren organisiert, die im Gegenzug einer privilegierten Stellung als die angeworbenen Siedler erhielten, z. B. das Schulzenamt.
 
Behandlung, Mitwirkung und Spuren der Wenden
Die Bevölkerungsdichte der Wendenländer vor der Ostsiedlung war im Vergleich zum Heiligen Römischen Reich ohnehin niedrig und wurde durch ständige Kriege – bedingt durch interne Konflikte und die zahlreichen Feld- und Kreuzzüge der Nachbarländer – im 10. bis 12. Jahrhundert weiter dezimiert. Jedoch stießen die Siedler nicht in menschenleere Gebiete vor, sondern in Gebiete die – abgesehen von Rodungsland oder sonstigem unbewohnten Terrain – teilweise und unterschiedlich dicht von Wenden bewohnt waren.
Wo es bereits wendische Ortsnamen gab, wurden diese zumeist übernommen oder zu wendisch-deutsch Mischformen. Manche Dörfer, zumeist jene die auf Rodungsland oder sonst aus wilder Wurzel gegründet wurden, erhielten deutsche Namen, die z. B. auf -dorf oder -hagen; auch der Name des Lokator oder der Herkunftsort der Siedler konnte Teil des Ortsnamens werden. Manchmal wurden aber auch wendische Flurnamen übernommen.
Wurde eine deutsche neben einer wendischen Siedlung gegründet, konnte der Name des Wendendorfes auch für das deutsche Dorf übernommen werden, die Unterscheidung erfolgte dann durch Zusätze (z. B. Klein- oder Wendisch-/Windisch- für das Wendendorf, Groß- für das deutsche).
Des Weiteren kam es vor, dass die Wenden eines Dorfes vertrieben wurden, um das Dorf mit Siedlern neu zu gründen. Für das Dorf Böbelin in Mecklenburg ist z. B. dokumentiert, dass solchermaßen vertriebene Wenden wiederholt das Neubesiedelte Dorf überfielen.
Diskriminierung der Wenden war jedoch kein generelles Konzept, sondern war dort, wo sie vorkam, auf die unterschiedlichen Besteuerungssysteme zurückzuführen, die den Wenden geringere Abgaben ermöglichten als den Siedlern und sie daher für den Landesherren unattraktiv machten. Wenden, die sich am Landesausbau beteiligten, wurden rasch assimiliert.
Bis auf isolierte ländliche Gebiete verschwand daher die wendische Kultur und Sprache. Ausnahmen bildeten die Enklaven der Drawehnopolaben im Wendland, die Slovinzen und Kaschuben Hinterpommerns und Pomerellens und die Sorben der Lausitz. Kaschuben und Sorben konnten ihre Sprache und Kultur bis heute bewahren.
Da vielerorts die slawischen Flurnamen übernommen wurden, stellen diese (in adaptierter und weiterentwickelter Form) einen sehr hohen Anteil der ostdeutschen Flur- und Ortsnamen. Erkennbar sind sie z. B. an Endungen auf -ow, -vitz or -witz und teilweise -in. In den ehemaligen Ostgebieten wurden diese Namen inzwischen polnisiert oder durch polnische / russische ersetzt.
Da die Vergabe von Nachnamen in Deutschland erst während und nach der Ostsiedlung üblich wurde, sind ebenfalls viele von Ortsnamen abgeleitete deutsche Nachnamen auf einen slawischen Ursprung zurückzuführen.
 
Erlahmen der Siedlungsbewegung
Durch Tatareneinfälle im 13. Jahrhundert wurde die Bevölkerung in Osteuropa stark dezimiert. Anschließend wurden zwar neue Siedler aus dem Westen angeworben und Städte wieder errichtet, viele Siedlungen blieben aber verlassen. Mitte des 14. Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung in Folge der großen Pestepidemien jener Zeit ab.
 
Dorfkirchen als „Wehrkirchen“
Oft reicht das pure Vorhandensein von quaderten Feldsteinen als Baumaterial dazu aus, die Kirche als „Wehrkirche“ zu bezeichnen, selbst wenn, wie z. B. in Lichterfelde, noch nicht einmal ein bauzeitlicher Steinturm vorhanden ist.[14] Von Wehrkirchen kann aber nur dann gesprochen werden, wenn eine nachhaltige, aktive militärische Verteidigung möglich ist. Dies setzt das Vorhandensein eines Mauerumwehrten Kirchhofs voraus, der auch einen Brunnen und Vorratsgebäude (Gaden) umschließt. Diese Kirchhofsmauer oder auch das Dach- oder Turmgeschoss der Kirche müssen, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen, mit Wehrgang, Zinnen und Schießscharten versehen sein, wie sie in den Kirchenburgen z. B. in Franken und Siebenbürgen vorzufinden sind.
Die Schlitzfenster der märkischen Dorfkirchen im Turmbereich werden viel zu oft als „Schießscharten“ bezeichnet, obwohl das Schießen aus ihnen aus zwei Gründen gar nicht möglich ist: Die Schlitze weiten sich nicht nach innen, so dass ein Zielen gar nicht möglich ist. Fast immer fehlt auch die Standfläche für einen Schützen hinter dem Schlitz.
Neben den Schlitzfenstern existieren manchmal auch hölzerne Sperrbalken in den Türgewänden, in Einzelfällen auch schmale Treppen innerhalb der dicken Turmwände. Zweifelsohne erleichtern sie es, die Kirche in Notfällen kurzfristig als Zufluchtsstätte zu benutzen. Dies sind jedoch weder der Haupt- noch der gleichberechtigte Nebenzweck der Kirchen. Es ist eine schlichte Selbstverständlichkeit, dass bei Gefahr dasjenige Gebäude im Dorf aufgesucht wird, das am höchsten liegt und über die festesten Wände verfügt.
Dennoch ist in Darstellungen etwa seit 1900 der Eindruck erweckt worden, als handele es sich bei den Feldsteinkirchen um eine Art militärisches Bauprogramm, das mit dem Fortschreiten der „Ostkolonisation“ frontlinienmäßig nach Osten vorgeschoben wurde, gegen feindliche Slawen (siehe folgenden Abschnitt). Beispiel (1925): Um die Wende des 12. und 13. Jahrhunderts war der Teltow noch ein slawisches Gebiet (…) Allmählich drang also der Deutsche in das Land ein. Er musste natürlich auf seiner Hut sein und sich, ähnlich wie wir es bei unseren afrikanischen Kolonien getan haben, militärisch sichern. (…) Daher nutzte man ein Bauwerk inmitten des Dorfes auch für militärische Zwecke aus: die Kirche.
Aus der Zeit der Errichtung der Feldsteinquaderkirchen (Anfang des 13. Jahrhunderts) sind keine Aufstände der slawischen Vorbevölkerung
Ein extremes Beispiel bietet die Dorfkirche Ladeburg (bei Bernau), wo die Dorfkirche zum Anbau eines ursprünglichen „askanischen Wehrturms“ erklärt wird.
 
Kultur der Slawen
Natürlich haben sich die Slawen zwischen Elbe und Oder bis ins 12. Jahrhundert hinein gegen unerwünschtes Vordringen deutscher Zuzügler gewehrt. Allerdings gibt es, zum Teil sogar schon im 11. Jahrhundert, Beispiele slawischer Fürsten (z. B. in Mecklenburg und Pommern), die das Christentum annahmen, mit deutschen Nachbarfürsten paktierten und selbst deutsche Siedler und Kaufleute ins Land riefen. Die Deutsche Ostsiedlung verlief sehr viel einvernehmlicher als in vorigen Jahrhunderten unter Gesichtspunkten des Nationalismus gedacht, so dass die heutige Forschung lieber vom „hochmittelalterlichen Landesausbau in der Germania Slavica“ spricht.
Auch Markgraf Albrecht der Bär hatte mit seinem Nachbarn, dem christlichen Slawenfürsten Pribislaw-Heinrich, einen Erbvertrag zur Übernahme Brandenburgs geschlossen. Zur militärischen Eroberung Brandenburgs am 11. Juni 1157 kam es jedoch erst dann, als ein entfernter slawischer Verwandter namens Jaczo (Jaxa von Köpenick?) diesen Erbvertrag nicht anerkennen wollte. Viele Historiker gingen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts davon aus, dass die deutschen Zuzügler die slawische Bevölkerung vertrieben, wenn nicht gar „ausgerottet“ hätten; dies ist inzwischen jedoch widerlegt.[16] Ein gutes Beispiel für den gemeinsamen Landesausbau ist unlängst für Mecklenburg detailliert belegt worden.[17] Auch die Forschungen des ehemaligen Berliner Landesarchäologen Adriaan von Müller weisen in die gleiche Richtung (Museumsdorf Düppel).
Problematisch ist die von der deutschen „Ostforschung“ vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte Vorstellung von der slawischen Alltagskultur. Beispiel (1926): „Anstelle der hoch entwickelten germanischen Kultur, die die Semnonen als ein Volk mit Sinn für Formgebung und Schönheit geschaffen hatten, trat in slawischer Zeit ein Zustand der Unkultur, wie wir ihn uns primitiver kaum denken können. Die Slawen passten sich der rauen Natur des Landes an, ohne ernsthaftere Versuche zu machen, die dürftigen Lebensbedingungen durch harte Arbeit zu verbessern.
Dass diese Sichtweise manchmal bis in die heutige Zeit anhält, zeigt das Beispiel einer Dorfkirchen-Broschüre einer Kirchengemeinde im Süden Berlins aus dem Jahre 1990: „Erst im 12. Jahrhundert setzte die gewaltige Kolonisationsbewegung auch in unserer Heimat ein. Die Ritter- und Mönchsorden begannen ihre umfassende Arbeit, die immer um zwei Ziele kreiste: Evangelisation und Zivilisation. Sie predigten das Evangelium, errichteten immer mehr und festere Stützpunkte und zeigten den Wenden, wie man den Kampf gegen Sand und Wasser aufnimmt und in planmäßiger Arbeit auch dem kargen, märkischen Sandboden reichen Ertrag abringen kann.
Die Vorstellung, dass den Slawen Kultur quasi aufgedrängt werden musste einschließlich der Erziehung zu „harter Arbeit“ und dass diese sich dagegen wehrten, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Interpretation von Dorfkirchen als „Wehrkirchen“. Dass es ein Kulturgefälle
 
Baugeschichte der Wehrkirchen
Die Kirche ist dabei von einer Wehrmauer umgeben, die mit Wehrgängen und Wehrtürmen ausgestattet ist. Sie sind eine Sonderform bzw. Weiterentwicklung der Wehrkirchen, deren Verteidigungsmauern gleichzeitig die Kirchenmauern sind. Allerdings werden die Begriffe häufig synonym verwendet, und der Übergang ist fließend.
Besonders häufig findet man Kirchenburgen in Franken, Südfrankreich und Siebenbürgen. Insbesondere in Siebenbürgen, einem historischen deutschen Siedlungsgebiet in Rumänien, gibt es weit über hundert Kirchenburgen, von denen 1993 sieben zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Erbaut und instand gehalten wurden sie, um sich gegen die immer wiederkehrenden Türkeneinfälle zu verteidigen.
Die Kirchenburganlagen entstanden im späten Mittelalter. Die Dörfler hatten im Gegensatz zu den Städtern nicht das Geld, um Wehranlagen rings um das Dorf zu errichten. Sie waren aber nicht minder den kriegerischen Auseinandersetzungen ihrer Landesherren und damit auch Überfällen und Plünderungen ausgesetzt. Auch größere Räuberbanden waren eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Die Kirche, oft der einzige Steinbau im Ort, war am ehesten geeignet, um sich darinnen zu verteidigen. So entstanden die unterschiedlichen Formen befestigter Kirchen, von der mit Speichern umgebenen Kirche, in der man eine mehrtägige Belagerung aushalten konnte, über einfache Wehrkirchen bis zur Kirchenburg.
Quelle : Wikipedia (wie z. B. im Jahr 983) mehr bekannt, wohl aber wiederholte Kämpfe (z. B. Teltow-Krieg) zwischen den bei der Landnahme rivalisierenden deutschen Fürsten (Askanier, Wettiner, Erzbischöfe von Magdeburg). Die Schutzfunktion der Dorfkirchen richtete sich also nicht vorrangig gegen die Slawen. Dies zeigen vor allem auch die (einzigen tatsächlichen) Wehrkirchen in Hessen, Franken und Baden-Württemberg, die abseits der ehemals slawischen Gebiete liegen und erst im Spätmittelalter entstanden: „Wehrkirchen“ sind kein antislawisches Bauprogramm. vom südwestlichen Mittelmeerraum nach Nordosten hin gab, ist unbestritten; dies betrifft jedoch ebenso sehr die germanischen Vorläufer in Bezug auf die Römer; zu Hochmut besteht also kein Anlass.

 

namensgebung

Michael Stechow
1630 – nach 1681
poeta lauretarus  Mitglied des Elbschwanenordens.
Übertrug die Psalme Davids in strophische Gedichtet
Lebte eine Zeitlang als Pfarrer in Barsikow (Bersickau) und zuletzt in Nordsteinke bei Braunschweig wo er bis 1681 bezeugt ist, Verfasste die Kirchenagende für B. /1680)
 
Der Name des Ortes wurde 1433 zuerst erwähnt und bedeutet slawische: „Siedlung eines Mannes Namens Barsieck“
Hinweis: Barsieck soll der „Schnelle „heißen
Quelle : www.literaturport.de

 

glocken der kirche Barsikow


Unter dem Besitz unserer Kirche sind besonders die drei Glocken bemerkenswert. Sie sind aus dem Jahre 1513, stammen also noch aus der katholischen Zeit. Die größte hat an ihrem oberen Rand die Umschrift:
Anno + Domini + millesimo + quingentesimo + decimotercio + help + hilche + moder + svnta + anna + svlf + drodde + its + maria + anna + o + rex + cloru + criste + veni + cum + pace.
das heißt: Im Jahre des Herrn 1513: Hilf, heilige Mutter, Sankt Anna, selbe dritte ist Maria Anna. O Himmelskönig Christe komm mit Frieden.
Die kleine Glocke hat die Umschrift:
anno + domini + dvsem + ccccc + unde + xiii + des + donnersdages + nahm + adrees + dage.
d.h: Im Jahr des Herrn Dusem (Tausend) 500 und 13 des Donnerstages nach dem Andreastage.
Die mittlere Glocke hat keine Umschrift, ist aber gleichzeitig entstanden, wie schon die Inschrift der großen Glocke beweist. Denn offenbar hat die große Glocke den Namen heilige Mutter, die mittlere heilige Anna, die dritte Maria Anna erhalten. Das zeigt auch das Medaillonbild an der großen Glocke, auf welchem mitten Maria mit dem Kinde und zu beiden Seiten kniende Frauen abgebildet sind. Die Inschrift der kleinen Glocke nennt wohl nur den Tag des Gusses.
Quelle : Aus Nachrichten über Barsikow von Gottlieb Wilhelm Schinkel

Das oben bezeichnete Medaillonbild auf der großen Glocke ist eines der zwei Pilgerzeichen. Pilgerzeichen wurden von einer Pilgerreise mitgebracht und in die neue Glocke mit eingegossen, damit ihr Gedanke mit den Schwingungen der Glocke über das Land verbreitet wird. Neuere Forschungen kommen zu einem anderen Ergebnis. Pilgerzeichen wurden in großen Mengen verkauft. Gefunden wurden nur wenige. Heute nimmt man deshalb an, dass das Metall der Pilgerzeichen als Zuschlagstoff beim Gießen der Glocken verwendet wurde.
Das Pilgerzeichen in der Form einer Monstranz stammt aus dem mecklenburgischen Sternberg. Nach Sternberg wurde gepilgert, weil die Kirche dort angeblich von Juden (was nicht stimmte) geschändet wurde. Wegen des traurigen Anlasses der Schändung wird das Sternberger Pilgerzeichen als ein negatives Pilgerzeichen bezeichnet.  Sternberg war  nicht allzu lange Pilgerort (1492 – 1520). Das aus Aachen stammende  Medaillon-Pilgerzeichen  hat drei Kreise übereinander. Der untere Kreis zeigt eine Beweinung Christi, der obere die Weihung des Marienkleides. Der mittlere, jetzt leere Kreis diente zur Aufnahme eines Spiegelchens. Bis zur Reformation pilgerten viele Menschen zu Wallfahrtsorten. Ursprünglich konnten die heiligen Reliquien berührt werden. Weil sie dadurch zerstört wurden, ging man dazu über diese nur noch zu zeigen. Das Spiegelchen auf dem Pilgerzeichen  sollte die heilige Wirkung der gezeigten Reliquien auffangen. 
Es ist anzunehmen, dass Gottlieb Wilhelm Schinkel das als Medaillon bezeichnete Zeichen auf der Glocke nicht als Pilgerzeichen erkannte. 
An Hand der Pilgerzeichen konnte der Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack (zur Wunderblut-Kapelle) als Teil der Jacobs-Pilgerwanderwege in Europa neu  entdeckt werden. Inzwischen ist der Pilgerweg bis nach Tangermünde gefunden und ausgeschildert.
Quelle : entnommen aus Nachrichten über  Barsikow von Gottlieb Wilhelm Schinkel, Prediger in Barsikow Seite 23 und 24   
                   
Quelle:  Entnommen aus einem Vortrag von Frau Carina Brumme, gehalten am 22.11.08 in Protzen.   

kurfürstliches /königliches / staatliches patronat von 1648 bis 1997


 
am Beispiel der Kirche zu Barsikow
 
Vor der Zubilligung des Kirchenpatronats durch Papst Alexander III. im 12. Jahrhundert waren die meisten Kirchen Eigenkirchen adeliger Grundherren (oder Klöster). Alexander III. führte das Kirchenpatronat (auch Kirchensatz oder Kollaturrecht) ein, welches das Obereigentum des Kirchenstifters verfestigte. Das Patronatsrecht wurde erworben durch  den Bau der Kirche, deren Dotation oder den Wiederaufbau einer Kirche.
Patron ist lateinisch und heißt übersetzt „Kirchherr“. Nicht jeder konnte Patron werden. Voraussetzung war ein :
   
*       Kanonischer Erwerbstitel,
*       juristische oder natürliche Person mit kirchlicher Fähigkeit
*       ein patronatsfähiges Objekt (Kirche)
*       Es musste eine kirchenobrigkeitliche Genehmigung vorliegen
 
Rechte und Pflichten eines Patrons waren:

*       Die Kirchenbaulast am Kirchengebäude (mitunter auch am Pfarrhaus)
*       Dem Patron oblag vor allem die subsidiäre Sorge für die Erhaltung der Kirche, wenn das dazu nötige  
       Kirchenvermögen nicht ausreichte. Der Patron durfte deshalb die Verwalter des Kirchenvermögens bestellen
        und die Rechnungslegung einfordern
*       Besoldung des Pfarrers und anderer Amtsträger der Kirche
*       Recht zur Wiederbesetzung einer Pfarrei
*       Präsentationsrecht (konnte der kirchlichen Instanz einen neuen Pfarrer vorschlagen)
*       Vetorecht bei der Übernahme des Pfarramts durch eine dem Patron nicht genehme Person
*       Das Ehrenrecht des Sitzplatzes in der Kirche im Patronatsgestühl (besonderer Platz in der Kirche)
*       Das Ehrenrecht der Erwähnung im Gebet
*       Begräbnis in der Kirche oder einem besonderen Platz auf dem Friedhof
 
Ehrenmähler in der Kirche
 
Trauergeläut, Kirchentrauer
 
Umfassend war die Mitwirkung des Patrons bei der Verwaltung des Kirchenvermögens. Diese oblag den Kirchenvorstehern und unterstand der unmittelbaren Aufsicht des Patrons. Zu den Pflichten eines Patrons gehörte die Bereitstellung von Baumaterialien, wie Holz, Kalk, Steine, Ziegel etc. Wahrend die Gemeinde hauptsächlich Hand und Spanndienste, den Arbeitslohn und Nebenmaterialien wie Lehm zu übernehmen hatte.
§ 712 des Allgemeinen Landrechts für die Preußischen Staaten bestimmte: Die Baukosten sollten hauptsächlich aus dem Kirchenvermögen bestritten werden, ohne das Aufkommen für die laufenden jährlichen Kosten zu gefährden. Reichten die Mittel nicht, musste der Patrone und die Gemeindemitglieder gemeinschaftlich dafür eintreten. Das Pfarrvermögen mit den Pfarrgütern und anderer Einkünften zählten dabei nicht zum Kirchenvermögen.
Das Allgemeine Landrecht für das Preußische Statten von 1794 galt bis zur Neuregelung mit der Weimarer Reichsverfassung.
Patron der Barsikower Kirche war von Alters das Zisterzienser-Nonnekloster Zehdenick.
Das Zisterzienser-Nonnenkloster in Zehdenick entstand im Jahre 1170. In den Nachrichten über Barsikow von G.W. Schinkel  fragt der Autor, ob die Kirche Barsikow vom Zisterzienser-Nonnenkloster Zedenick gegründet worden ist? Das Kloster hatte in Barsikow  keinen gewinnbringenden Besitz und seine Besitzungen erstreckten sich sonst nicht soweit.
   
Die Reformation begann in Brandenburg 1540 mit einer an allen Orten durchgeführten Kirchenvisitation. Über Barsikow meldet das Protokoll (s. Riedel Cod. Dipl Bd. 7 S. 274):
Das Pfarrbesetzungsrecht hat das Kapitel zu Zehdenick,
Pfarrverwalter war Jakob Voß, eigentlich Pfarrer Joachim Kolke, welcher sich jenen für 1 Schock Groschen jährlich als Miethling hielt. Der Pfarrer hatte ein Pfarrhaus und einen Garten. 12 Jud. Heu Wiesenwachs, den Kirchencent und mehrere Hufen (25-50 ha)Land.
Ziel dieser und der folgenden Kirchenvisitation  war die Prüfung zu erwartenden und tatsächlichen Einkünfte des Kirchespieles, um die Dotierung der Stellen und den Unterhalt der Kirchengebäude zu sichern.
   
Die Reformation hatte nur die Mönchsklöster aufgehoben, indem sie deren Bewohner aussterben ließ. Die Nonnenklöster (so auch Zedenick) blieben, wurden aber in freie Fräuleinstifte verwandelt. Sie behielten zuerst ihre Güter und Rechte, auch das Patronatsrecht.
Der dreißigjährige Krieg hatte den Staat genötigt, auch das Klostervermögen für seine Ausgaben anzugreifen; die Stiftsfräulein mussten während desselben manchmal über Hunger klagen. Am Ende des Krieges hat der Staat fast überall das Stiftsvermögen in seine Verwaltung und die Rechte der Stifte in seine Hand genommen.
Das Klostergut von Zehdenick war nach dem dreißigjährigen Krieg (1619-1648) landesherrliche Domäne geworden, welche nun auch das Patronatsrecht übte. So wurde das Kirchenpatronat über Barsikow landesherrlich; das Kirchengebäude kam unter den Einfluss der landesherrlichen Baumeister und dessen Geschmack. Daraus erklären sich hier der kostspielige Turmbau von 1743 und die damit verbundene Stylverbesserung der Kirche nach kirchlichem Baugeschmack des damaligen königlichen Baumeisters.  Damals war das preußische Königsthum (1701 – 1871(?) noch neu, darum wurde es durch die Krone auf dem neuen Turme bezeichnet.
 
Im Zuge der Reformation hatte sich der Landesherr die Instrumente geschaffen, um die Kirche der weltlichen Obrigkeit zu unterstellen. Die weltliche Herrschaft verstand sich zugleich als Kirchenoberhaupt. In Brandenburg schuf der Landesherr bis zum Ende des 16. Jahrhunderts staatliche Gremien der Kirchenaufsicht. Der Landesherr konnte jederzeit in die Kirchenahngelegenheiten hineinregieren. Über die geistlichen Gerichte und Visitationen übte er seine Kirchenobrigkeit aus. Mit dem Argument der Wiederherstellung rechtlicher Verhältnisse für die Kirchen wurde die obrigkeitsstaatliche Kontrolle über die lokalen Beziehungen zum Nachteil der lokalen Aneignungsinteressen an Kirchengütern ausgebaut.
Der Gutsbesitzer handelte als lokale Obrigkeit gegenüber der Kirchegemeinde und der Pfarrer als Dienstherr gegenüber Kirchendiener, die er selbst in der Regel nicht bestimmen konnte.
 
Über Kammern und Ämter verwaltete der Landesherr unmittelbar seine Patronate. Diese konnten einen wählbaren Ältesten bestimmen oder selbst in den Gemeindekirchenrat eintreten. Sie hatten die Aufsicht über die Verwaltung der Kirchenkasse und das Recht auf Zustimmung zu den genehmigungspflichtigen Geschäften der Vermögensverwaltung. 
 
Die Kirchenkasse wurde bis 1724 ganz hier verwaltet (berichtet die Chronik nach Schinkel), wo die Einsendung der Überschüsse an das Kön. Amts-Kirchen-Revenüen-Direktorium angeordnet und damit der Ämter-Kirchenfond für die Kirchen Königlichen Patronats gegründet wurde.
 
Weil das Kirchenpatronat vom Kloster Zehdenick herrührte, blieb die Verwaltung der Barsikowschen Patronatsangelegenheiten bis 1804 in den Händen des Amtes Zehdenick. Das war wegen der großen Entfernung sehr unbequem. Auf immer wiederholte Erinnerungen der Kriegs- und Domänenkammer, die Barsikowschen Bausachen mit Nachdruck zu betreiben, gab das Amt immer wieder die Antwort, dass Barsikow 8 Meilen von Zehdenick entfernt sei, auch das Amt im Dorfe weder Gerichtsbarkeit noch Polizei, also wenig Macht habe. Endlich fragte die Kammer beim Amte an, wie es zugehe, dass die Barsikowschen Angelegenheiten von Zehdenick und nicht von einem anderen Amte verwaltet würden. Sollte auch das Patronat vom Kloster Zehdenick herrühren, so würde das noch kein entscheidender Grund für die unzweckmäßige Einrichtung sein. Das Amt wusste weder Grund noch Ursprung der Einrichtung anzugeben
 
Mit Abschaffung der Patrimonialgerichtsbarkeit (1849) und der Gutsbezirke (1922) blieb der Gutsherr lokale Obrigkeit in Kirchenangelegenheiten unter staatskirchlicher Aufsicht.  Für die staatlichen Patronate spielten nur noch die Baulastpflichten eine Rolle, die anderen Patronatsrechte wurden praktisch nicht mehr wahrgenommen. Die Frage nach der Eignung der Pfarrer wurde durch die Frage der Baulasten in den Hintergrund gedrängt.
Schließlich vollzog die Kirchenleitung die Trennung von Staat und Kirche. Die offizielle Trennung erfolgt per Gesetz 1919 auf der  Grundlage ist Artikel 140 Grundgesetz (GG) in Verbindung mit den Artikeln 136 bis 139 Weimarer Reichsverfassung (WRV).
 
Das Patronatsrecht in Berlin ist bis heute erhalten. Zu einer förmlichen Aufhebung des Patronats kam es in Brandenburg durch den Beschluss der Provinzialverwaltung vom 9. Februar 1946, „nach Benehmen mit den Kirchenbehörden der Provinz“. Der § 1 dieser Verordnung lautete: „Das Kirchenpatronat wird als staatrechtliche Einrichtung aufgehoben.“ Für Brandenburg war damit die fast 800 Jahre alte Rechtskonstruktion des ius patronatus aufgehoben. Fünfzig Jahre danach, am 8. November 1996, bestätigte der Brandenburgische Staatskirchenvertrag die Verordnung von 1946. Die Aufhebung des Patronats in Brandenburg ist seit dem 10. März 1997 Gesetz.

Quellen: Nachrichten über Barsikow v. G.W. Schinkel                 Grundlinien des neuzeitlichen Kirchenpatronats in der Mark Brandenburg                 Von Wolfgang G. Kroegel - Vortrag gehalten auf der Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft für                 Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte imMärz 2002 in Berlin-s. Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische
                Kirchengeschichte 64. Jahrgang 2003 B.Linke  

 

die alte poststrasse


Die alte Poststraße führte von Fehrbellin über Protzen nach Manker. In Manker umging die Poststraße den Ort und führt weiter nach Wildberg. Von Wildberg bis nach Metzelthin lief die Poststraße entlang der heutigen B167. Zwischen Metzelthin und Wusterhausen sind Poststraße und Pilgerweg identisch. 
Die Trasse der B5 zwischen Wusterhausen und Kyritz ist nicht die der alten Poststraße. Vermutet wird zurzeit eine Wegeführung hinter dem Heinrichsfelder Flugplatz. 
Poststraßen entstanden erst nach dem 30igjährigen Krieg um 1645. Die erste Poststraße in Preußen führte von Königsberg nach Klewe. Mit Fertigstellung der B5 im Jahre 1830 als neue Poststraße zwischen Berlin und Hamburg verlor die alte Trasse ihre Bedeutung. Entfernungsmaß in Preußen zum Zeitpunkt der Fertigstellung der B5 war die Meile. Eine Preußische Meile entsprach  7,5 km. Die neue Poststraße erhielt je Meile eine steinerne Postsäule. Dazwischen gab es Halb– und Viertelmeilensteine. Der Fahrpreis richtete sich nach der Anzahl der während der Fahrt passierten  Steine.  Als 1872 Meile durch Kilometer ersetzt wurde, reduzierte man die Anzahl der Postsäulen und stellte sie alle 10 km auf.  An der heutigen B5 sind sie zu sehen. In unserer Nähe steht  eine in Segeletz und die nächste kurz vor Heinrichsfelde. Sparsam setzte man keine neuen Steine, sondern verwendete die alten, indem die alte runde Meileninschrift  herausgeschnitten und durch die neue Kilometer-Schrift auf rechteckigem Grund ersetzt wurde. Offensichtlich erwarb  Rittergutsbesitzer Kriegsheim zwei Säulen der nicht mehr benötigten Meilensäulen und stellte sie vor seinem Schloss in Barsikow auf. Die Säulen sind historisch äußerst wertvoll, denn nur sie tragen noch die ehemalige Meilenbezeichnung. Museumsfachleute schauen neidvoll auf unsere Säulen! Schauen Sie doch mal genau hin!    

       
Barsikower Meilensteine                                                 Segeletzer Meilenstein
 
Meilensteine inBARSIKOW


6 Meilensteine inBarsikow

Nr. 545 und 544    Zwei Ganzmeilenobelisken vor dem neuen Schloss Nr. 546                   Viertelmeilenstein neben altem Schloss Nr. 547                   Rundsockelstein (Material Sandstein)  gegenüber altem Konsum Nr. 663                   Halmeilenstein neben Kriegerdenkmal Nr. 1917                 Halbmeilenstein gegenüber Neubaublock am Zaun gegenüberliegend            

Interessanter Link unter http://www.ls.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.153408.de  -  auf der das Heft zur Wanderausstellung abgebildet ist. Dieses kann kostenlos vom Landesbetrieb Strassenwesen bezogen werden. Äusserst interessant und kostenlos.
Für die vielen Infos und den netten Kontakt möchten wir uns bei P.Kolbow, der Forschungsgruppe Preußische, Mecklenburgische und Anhaltinische Meilensteine e.V., rechtherzlich bedanken.
               
Am 20.09.2009 konnte der Forschungsgruppe der Standort eines weiteren Meilensteins inBarsikow übergeben werden.

DER 7. Meilenstein inBARSIKOW !!!
         
Sollten noch weitere Meilensteine inBarsikow bekannt sein, so bitten wir um Kontakt            

 
fontanes „wanderungen durch die mark brandenburg“  S. 438
 
 
König Friedrich der II: Ich wird Ihnen nichts geben! Wie heißt das Dorf hier vorn?“
Fromme: „Barsikow.“
König:“Wem gehörts?“
Fromme: “De Herrn von Mütschefall.“
König: „Was ist das für ein Mütschefall?“
Fromme: „Er ist Major gewesen unter dem Regiment, das Ihre Majestät als Kronprinz gehabt haben.“
König: „Mein Gott! Lebt er noch?“
Fromme: „Nein; er ist tot, die Tochter hat das Gut.“
Nun kamen wir ins Dorf Barsikow, wo der Edelhof eingefallen ist.
König: „Hört! Ist das der Edelhof?“
Fromme: „Ja!“
König: „Das sieht ja elend aus! – Hört einmal: den Leuten geht’s hier wohl nicht gut?“
Fromme: „Recht schlecht, Ihro Majestät! Es ist die größte Armut.“
König: „Das ist mir leid! – Sagt mir doch: es wohnte hier vor diesem ein Landrat. Er hatte viele Kinder; könnt ihr Euch nicht auf ihn besinnen?“
Fromme: „Es wird der Landrat von Jürgaß zu Ganzer gewesen sein.“
König: „Ja, ja! Der ist gewesen. Ist er schon tot?“
Fromme: „Ja, Ihro Majestät. Er ist 1771 gestorben, und es war was Besonderes damit: in vierzehn Tagen starb er, seine Frau, die Fräulein und vier Söhne. Die andern vier Söhne mussten dieselbe Krankheit ausstehen, die wie ein hitzig Fieber war, und obwohl die Söhne, weil sie in Diensten waren, in verschiedenen Garnisonen standen und kein Bruder zum anderen kam, so bekamen sie alle viere doch dieselbe Krankheit und kamen nur so eben mit de Leben davon.“
König: „Das ist ein verzweifelter Umstand gewesen! Wo sind die noch lebenden vier Söhne?“
Fromme: „Einer unter Zieten-Husaren, einer unter den Gensdarmes! Einer ist unter dem Prinz Ferdinandschen Regiment gewesen und wohnt auf dem Gute Dessow. Der vierte ist der Schwiegersohn vom Herrn General von Zieten. Er war Lieutenant beim Zietenschen Regiment; Ihre Majestät haben ihm aber in diesem letzten Kriege, wegen seiner Kränklichkeit, den Abschied gegeben; nun wohnt er in Ganzer.“

 

pfarrer gottlieb wilhelm schinkel

Anlässlich seines fünfzigjährigen Pfarramts-Jubelfestes erschienen 1882 im Druckhaus E. Buchbinder in Neu-Ruppin die „Nachrichten über Barsikow“. Der Verfasser - Gottlieb Wilhelm Schinkel – Pfarrer zu Barsikow - berichtete in diesen Nachrichten über das Leben und die Geschichte seit 1491 in und von  Barsikow.  Die Schrift liegt nur noch als Nachdruck vor. Der Nachdruck erschien anlässlich des 500jährigen Bestehens Barsikows im Jahre 1991 als Heft. Allgemein wird die Schrift als Chronik von Barsikow angesehen.
Wer war nun Gottlieb Wilhelm Schinkel? War er verwandt mit dem großen Baumeister Karl Friedrich Schinkel?
Herr Michael Deylitz aus Sieversdorf und das Internet  halfen. Mit dem Programm Ahnenforscher konnten die Vorfahren und Nachkommen von Karl Friedrich Schinkel (13.03.1781 – 09.10.1841) ermittelt werden.
Berthold Christian Schinkel (02.05.1683 – 08.06. 1757) und seine Ehefrau Sophiea Lukrezia (geb. Pöpping) aus Protzen waren  Urgroßvater und Urgroßmutter von Karl-Friedrich Schinkel (dem großen Baumeister) und unserem Pfarrer Gottlieb Wilhelm Schinkel – dem Chronikschreiber und Pfarrer zu Barsikow. Gottlieb Wilhelm lebte vom 05.03.1805 bis zum 31.01.1884. Er war verheiratet mit Ida Emilie (geb. Buchholz). Geboren wurde er als Sohn des in Barsikow wirkenden Pfarrers Friedrich Samuel Georg Schinkel (07.08.1761 – 28.03.1841). Der Vater unseres Chronikschreibers  und der Vater des großen Baumeisters waren Cousins. Der Altersunterschied zwischen den Cousins war groß. Der Vater des großen Baumeisters wurde 1736, der Vater unseres Schinkels erst 25 Jahre später – 1761 geboren. Deshalb war der große Baumeister auch 24 Jahre älter als unser Gottlieb Wilhelm Schinkel. Der Barsikower Schinkel überlebte den großen Baumeister um 43 Jahre. Das Leben als Pfarrer in Barsikow muss deutlich beschaulicher gewesen sein als das Leben in Berlin, denn Pfarrer G.W.Schinkel wurde 79 Jahre, der große Schinkel nur 60 Jahre alt.                                                                                   
Barsikower Chronik von 1882
Quelle Original : Nachrichten über Barsikow v. Pfarrer Gottlieb Wilhelm Schinkel 1882  unterliegt der Gemeinfreiheit laut Urheberschutzgesetz

Originalkopie der Chronik von 1882Pfarrer Gottlieb Wilhelm Schinkel